Freelancer 2026: Was sich ändern muss, damit 1,5 Millionen Talente nicht verloren gehen

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Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten zwei Stunden mehr pro Woche als im Vorjahr und verdienen trotzdem knapp ein Fünftel weniger. Das ist gegenwärtig die Realität vieler Freelancer in Deutschland: Der Freelancer-Kompass 2026, die größte Befragung von Selbstständigen im deutschsprachigen Raum mit über 5.400 Teilnehmenden, zeichnet ein Bild, das ich in den 15 Jahren, in denen ich diese Branche begleite, so noch nicht gesehen habe. Erstmals seit Beginn der Erhebung sinkt der durchschnittliche Stundensatz. Das monatliche Einkommen ist von 8.002 auf 6.653 Euro gefallen – ein Rückgang von 17 Prozent. Gleichzeitig ist die Wochenarbeitszeit von 40 auf 42 Stunden gestiegen. Jeder Fünfte arbeitet inzwischen bis zu 50 Stunden. Empfehlungen der Redaktion Mehr Arbeit, weniger Geld Nur noch ein Drittel der Befragten bewertet die eigene wirtschaftliche Lage laut Freelancer-Kompass 2026 als gut. Die Zufriedenheit mit dem Einkommen ist um elf Prozentpunkte eingebrochen. Wer hier noch an kurzfristige Stimmungsschwankungen glaubt, liegt falsch. Man kann jetzt sagen, das sei ein Freelancer-Problem. Betrifft mich nicht. Doch das ist zu kurz gedacht. Die wirtschaftliche Lage der Freelancer ist, wenn man den Kompass liest, nicht minder ein Frühwarnsystem für die Gesamtwirtschaft in Deutschland. Denn Freelancer sind der empfindlichste Sensor der Arbeitswelt. Was sie heute spüren, trifft morgen Festangestellte, Abteilungen, ganze Branchen. Scheinselbstständigkeit als Auftragskiller 62 Prozent der im Rahmen des Freelancer-Kompass befragten Selbstständigen nennen die Regelungen zur Scheinselbstständigkeit als größte rechtliche Unsicherheit. Das klingt abstrakt, bis man sich die Konsequenz ansieht. Jeder Fünfte berichtet, dass Projekte nicht zustande kamen, weil Unternehmen das Risiko einer Statusprüfung scheuen. Empfohlene redaktionelle Inhalte Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH, die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen. Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärs...

First seen: 2026-05-21 07:53

Last seen: 2026-05-21 12:57