Kommentar: Nagelsmanns Begründung zum Neuer-Comeback ist kurios und zu dünn

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Er ist wieder da. Auf den Tag genau 21 Monate nach seinem Rücktritt nominierte Bundestrainer Julian Nagelsmann den 40-jährigen Manuel Neuer für die anstehende Fußball-WM. Eine Überraschung war das längst nicht mehr. Und doch durfte man gespannt sein auf die Erklärung, die Nagelsmann liefert. Sie war dünn. Man habe so lange gewartet, weil nicht festgestanden habe, ob Neuer seine Karriere nach der Saison fortsetze, sagte Nagelsmann. Und das sei eben ganz entscheidend gewesen. Rückblick: Vor zwei Jahren holte der Bundestrainer Toni Kroos zurück, und das obwohl dieser direkt nach der EM seine Karriere beendete, was Nagelsmann, der von der gleichen Agentur wie Kroos beraten wird, wusste. Abgesehen davon: Was wäre schlimm daran gewesen, wenn Neuer nach der WM seine Karriere beenden würde? Hätte die Gefahr bestanden, dass sich der vielleicht beste Torhüter der Geschichte nicht hätte motivieren können für eine WM? Wohl kaum. Neuer-Wahl ist richtig – aber Nagelsmanns Verhalten falsch Es ist sportlich richtig, auf Neuer zu setzen. Er ist noch immer der beste Torhüter des Landes. Nagelsmann aber hat mit seinem taktlosen Vorgehen dessen tadellosem Vertreter Oliver Baumann einen Schlag ins Gesicht verpasst, weil er nicht von Anfang an mit offenen Karten gespielt hat. Baumann wurde über seine Rolle getäuscht. Das Gefährliche daran: Sollte Neuer, der immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, im Turnier ausfallen, muss Baumann ran. Und sollte er patzen, wird das Nagelsmann auf die Füße fallen. Wohl nicht zu Unrecht.

First seen: 2026-05-21 13:59

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