Nahziel Fernost: Der Autozulieferer Eberspächer will seine Fabriken und auch seine Entwicklungskapazitäten in Zukunft vor allem in China ausbauen. „Die chinesischen Hersteller sind technologisch klar führend, die Entwicklungszyklen in China sind viel kürzer, das bedeutet für uns, dass wir dort nicht nur fertigen, sondern auch entwickeln müssen“, sagte Eberspächer-Chef Jörg Steins am Donnerstag am Stammsitz in Esslingen in einer Runde vor Journalisten. Noch macht der Umsatz in Asien mit dem Schwerpunkt China nur acht Prozent der Gesamterlöse aus, der Anteil soll innerhalb von drei Jahren aber auf 24 Prozent steigen.Der Zulieferer, der in der Vergangenheit vor allem mit Komponenten für die Abgastechnik von Verbrennungsmotoren erfolgreich war, hat nach Angaben von Steins zuletzt mehrere Aufträge von chinesischen Herstellern gewonnen – und zwar sowohl mit Systemen für konventionelle als auch für elektrische Antriebe. Dazu gehört vor allem ein Großauftrag eines chinesischen Autobauers über stählerne Batteriegehäuse. „Wir werden in Europa und Deutschland nicht abbauen, aber in China aufbauen“, sagte Steins, der das Unternehmen seit Anfang 2025 gemeinsam mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Martin Peters führt. „Wir sind in China voll wettbewerbsfähig, und unsere Produkte werden auch nach Europa rüberschwappen, wenn die chinesischen Hersteller hier Fuß fassen.“„Die erste Generation der Elektroautos ist gescheitert“Für Peters, verheiratet mit der Ururenkelin des Gründers Jakob Eberspächer, der 1865 in Esslingen eine Flaschnerei für Gießkannen und Dachrinnen gründete, gibt es zur Fernost-Strategie keine Alternative. „Wir müssen uns dezentraler aufstellen und diesen Weg konsequent gehen“, erklärte Peters. „Die erste Generation der Elektrofahrzeuge, die Deutschland regulativ getrieben für die gesamte Welt entwickelt hat, ist gescheitert und wurde weltweit nicht angenommen.“ Der Schritt Richtung China sei eine Lehre, die Eberspächer aus dem Scheitern dieser Fahrzeuge gezog...
First seen: 2026-05-21 15:01
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