Der Wolf als Sinnbild für KränkungenMöller besucht seinen Jugendfreund Hendrik, einen Landwirt nahe Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Hendrik klagt über Verwaltungsprozesse, Nachweispflichten und technische Vorgaben, vor allem aber über den Hochmut, den in seinen Augen manch Theoretiker aus der Stadt gegenüber den Praktikern auf dem Land an den Tag legt.Da soll der Bauer keine Pflanzenschutzmittel spritzen, sagt der Städter, hat aber noch nie eine Pflanze gesehen, die von sogenannten Schädlingen befallen ist. Da soll der Wolf geschützt werden, sagt der Städter, hat aber noch nie eins der blutigen Weidetiere zu Gesicht bekommen, das von einem Wolf gerissen worden ist. Der Wolf, warnt Autor Möller, sei vielerorts zum Sinnbild anderweitiger Kränkungen geworden, denn der Wolf triggere ein Ohnmachtsgefühl. Als ließen die da oben in Berlin nicht nur Bürokratiemonster von der Leine.
First seen: 2026-05-21 19:06
Last seen: 2026-05-22 06:13