Kriegsschäden: Europas Energiehilfe für die Ukraine muss sich ändern

https://www.faz.net/rss/aktuell/ Hits: 3
Summary

Der vierte Kriegswinter seit der russischen Vollinvasion war der bislang schwerste für die Energieversorgung der Ukraine. In weiten Teilen des Landes fiel der Strom täglich für viele Stunden aus, ganze Stadtteile hatten wochenlang keine Wärme – bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Russische Angriffe trafen nicht nur Kraftwerke, sondern zunehmend auch Gasinfrastruktur und Fernwärmesysteme. Die Energieversorgung ist längst ein zentrales Schlachtfeld dieses Krieges.Deutschland und Europa unterstützen die Ukraine bei der Stabilisierung ihres Energiesystems, unter anderem über den Ukraine Energy Support Fund (UESF), zu dem Deutschland als größter Geber maßgeblich beiträgt. Diese Hilfe ist unverzichtbar – doch sie folgt bislang vor allem einer Logik der Reparatur.Ein Großteil der Mittel fließt in die Instandsetzung fossiler Großkraftwerke. Doch gerade diese Anlagen sind bevorzugte Ziele russischer Angriffe. Viele werden innerhalb weniger Wochen erneut beschädigt oder zerstört. Einige Kraftwerke wurden schon mehr als ein Dutzend Mal getroffen und wieder aufgebaut. Die Ukraine befindet sich damit in einem kostspieligen Kreislauf aus Zerstörung und Wiederaufbau – ein Kreislauf, den Russland strategisch ausnutzt.Zentrale Großanlagen sind zu verwundbarZu Beginn des Krieges war dieser Ansatz nachvollziehbar. Die schnelle Wiederherstellung bestehender Infrastruktur war die einzige realistische Option, um einen Kollaps der Energieversorgung zu verhindern. Heute, im fünften Kriegsjahr, greift diese Strategie jedoch zu kurz. Die russische Kriegsführung hat sich weiterentwickelt: Drohnenschwärme, präzise Raketenangriffe und gezielte Attacken auf kritische Infrastruktur machen zentrale Großanlagen zunehmend verwundbar. Eine reine Reparaturstrategie wird unter diesen Bedingungen immer ineffizienter – und immer teurer.Die Risiken reichen weit über die Ukraine hinaus. Ein noch schwerwiegenderer Zusammenbruch der Energieversorgung im nächsten Winter könnte eine neue Fluchtbewegung ...

First seen: 2026-05-22 09:16

Last seen: 2026-05-22 11:18