»Nein heißt Nein! Nein heißt Nein!«Eine solche Demonstration ist für Grönland ungewöhnlich. Der Auslöser für den Protest versteckt sich in diesem Gebäude: Hier ist das neue und nun viel größere US-Konsulat eingezogen. Vorher war die US-Vertretung in einem eher beschaulichen Holzhäuschen am Stadtrand beheimatet.Die Ablehnung der Grönländer richtet sich gegen die Expansionsvorhaben der US-Regierung unter Donald Trump. Konkret geht es den USA um diese Punkte:Washington will ein bestehendes Militärabkommen erweitern und zeitlich unbegrenzt Soldaten auf Grönland stationieren, auch im Falle einer Unabhängigkeit Grönlands.Die US-Regierung möchte sich ein faktisches Vetorecht für Investitionsvorhaben sichern, wohl vor allem, um globale Konkurrenten wie Russland und China auszuschalten.Und: Trump möchte einem Bericht der BBC zufolge zusätzlich zu einer bereits bestehenden Militärbasis weitere Stützpunkte auf Grönland schaffen.Die US-Regierung hatte am Sonntag einen Sondergesandten nach Grönland geschickt. Zwei mögliche Militärstandorte wurden bereits durch US-Vertreter inspiziert. Die Debatte um Grönland war zuletzt im Januar entbrannt, als US-Präsident Donald Trump damit drohte, Grönland zu annektieren – notfalls auch mit militärischer Gewalt.Mehrere europäische Länder hatten daraufhin Soldaten auf die Insel entsandt, offiziell zu Erkundungs- und Übungszwecken. Einer Recherche des dänischen Rundfunks DR zufolge hatten die Soldaten allerdings Sprengstoff dabei, um im Ernstfall Landebahnen in zwei Orten zu zerstören. Zudem seien Blutkonserven eingeflogen worden, um bei Bedarf Verwundete zu versorgen – eine eher ungewöhnliche Maßnahme für eine Übung.Trump hatte daraufhin einen Militäreinsatz vorerst ausgeschlossen, bekräftigte aber seinen Anspruch auf das Gebiet.
First seen: 2026-05-22 15:21
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