Wer dieser Tage tanken geht, merkt es spätestens an der Kasse: Infolge des Irankriegs steigen die Preise. Das trifft allerdings nicht nur die Verbraucher, sondern auch den Staat. Und zwar über einen Effekt, der seinen finanziellen Spielraum künftig weiter verkleinert. Der Staat verschuldet sich nämlich, indem er regelmäßig Bundesanleihen ausgibt, für die er einen festen Zins zahlt, oft über mehrere Jahre. Diese Anleihen werden am Kapitalmarkt gehandelt. Zum Problem für den Staat werden steigende Inflationserwartungen, wenn er neue Anleihen ausgibt: Dann muss er einen höheren Zins bieten, damit die Anleger und Investoren ihm Geld leihen. Anleger verlangen bei steigenden Inflationserwartungen meist höhere nominale Renditen, um Kaufkraftverluste auszugleichen. Hinzu kommen mögliche Risikoaufschläge, etwa wegen der schwachen Konjunktur, steigender Staatsschulden und wachsender Unsicherheit an den Märkten. So steigen die Finanzierungskosten des Staates.
First seen: 2026-05-22 15:21
Last seen: 2026-05-22 16:22