Volksfest in Erlangen: Stadt bittet darum, „Skandal im Sperrbezirk“ nicht zu spielen

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Kaum ist die Bergkirchweih in Erlangen – eines der größten Volksfeste Nordbayerns – eröffnet, gibt es schon Streit um die Musikauswahl. Die Stadtverwaltung der Universitäts- und Technologiestadt im Norden Nürnbergs hatte den Festwirten und den Bands ein Schreiben übermittelt mit der Bitte, möglichst auf das Abspielen sexistischer und frauenfeindlicher Liedtexte zu verzichten – darunter auch der 45 Jahre alte Gassenhauer „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang.Dem Schreiben liegt eine Liste mit zwölf Titeln bei, bei denen die Stadtverwaltung Bedenken hat. Vorausgegangen war bereits im Jahr 2021 ein Erlanger Stadtratsbeschluss, der sich vor allem auf das „Donaulied“ bezogen hatte, in dessen Text Anspielungen auf eine mögliche Vergewaltigung gemacht werden.Stadt: Handelt sich nicht um eine VerbotslisteDer Verein zum Erhalt bayerischer Wirtshauskultur, einst als Protestplattform gegen das Rauchverbot in Gaststätten gegründet und vom AfD-Landtagsabgeordneten Franz Bergmüller geleitet, echauffiert sich über den Brief. Bergmüller spricht von einem „Liederverbot“ und von „Musikzensur durch die Hintertür“. „Eine städtische Gleichstellungsstelle maßt sich an, Wirten vorzuschreiben, welche Lieder auf ihrem Volksfest gespielt werden dürfen und welche nicht“, ereifert sich der AfD-Mann.Der FDP-Landesvorsitzende Matthias Fischbach schließt sich an. „Der eigentliche Skandal an dieser Liederliste ist, dass eine hochverschuldete Stadt mit Konsolidierungsauflagen offenbar noch Personalressourcen hat, um jahrzehntealtes Liedgut für ein kurioses Blacklisting zu scannen.“Die Stadt Erlangen ihrerseits macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es sich nicht um eine Verbotsliste handele. „Die Liste ist als Orientierung und Sensibilisierung gedacht. Unser gemeinsames Ziel mit Wirtinnen, Wirten und Schaustellerbetrieben ist ein friedliches und respektvolles Fest für alle“, heißt es vom städtischen Liegenschaftsamt.Donaulied verpöntSchon 2021 hatte der Stadtrat einstimmig beschlossen...

First seen: 2026-05-22 15:21

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