Pfingstsamstag in Frankfurt: Leisere Töne beim Großen Stadtgeläute

https://www.faz.net/rss/aktuell/ Hits: 16
Summary

An diesem Pfingstsamstag wird in der Frankfurter Innenstadt von 16.25 Uhr an wieder das Große Stadtgeläute zu hören sein. An dem gewaltigen Klangspektakel, das erstmals 1347 bezeugt ist und in der Gegenwart einen Chor von 50 Glocken zum Wogen bringt, sind zehn Innenstadtkirchen beteiligt. Dazu gehören die acht Dotationskirchen, die sich infolge der Reformation von 1530 und der Säkularisation der Kirchengüter von 1802 in städtischem Besitz befinden: die Alte Nikolai-, Leonhards-, Liebfrauen-, Katharinen-, Peters-, Heiliggeist- und Dreikönigskirche sowie der Dom. Hinzu kommen das Karmeliterkloster und die Paulskirche, die ebenfalls der Stadt gehören.Nach dem traditionellen fünfminütigen „Vorwort“ der im Turm der Paulskirche beheimateten Bürgerglocke stimmen nun allerdings – wie schon bei der Premiere eines neu konzipierten Läuteplans mit dem Titel „Supra urbem“ vor einem Jahr – nicht, wie für das traditionelle Stadtgeläute typisch, rasch aufeinanderfolgend alle Klangkörper ein. Stattdessen werden erst einmal nur einzelne Glocken zu hören sein, beginnend mit den hellsten innerhalb der jeweiligen Geläute. Eine Viertelstunde lang kommen dann nach und nach auch die größeren Glocken einzeln zum Einsatz.„Uns war wichtig, dass es innerhalb des Großen Stadtgeläutes ein bisschen mehr Entwicklung gibt“, sagt Hermann Kretzschmar über diese gemeinsam mit Rainer Römer im Auftrag der Stadt entwickelte neue Konzeption. Den beiden Musikern des in Frankfurt beheimateten Ensemble Modern geht es seinen Worten zufolge bei diesem „Aufbrechen von Tradition“ darum, ein Gefühl für einzelne Glocken zu entwickeln und so das Instrumentarium schärfer wahrzunehmen.Panne bei der Premiere im VorjahrDoch leider sei die Weltpremiere von „Supra urbem“ im vergangenen Jahr nicht so verlaufen wie geplant. Was im neuen Läuteplan als Pause notiert gewesen sei, habe eigentlich eine Fortsetzung des zuvor angeschlagenen Glockentons gemeint. Dieses Missverständnis habe, so Kretzschmar, zu einer falschen Progra...

First seen: 2026-05-22 18:24

Last seen: 2026-05-23 09:33