Mit der Unterzeichnung eines Handelsabkommens wollen Mexiko und die Europäische Union (EU) ihre Abhängigkeit von den USA verringern. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum besiegelten beim EU-Mexiko-Gipfeltreffen in Mexiko-Stadt eine Erweiterung des bestehenden Handelsabkommens aus dem Jahr 2000, das sich auf Industriegüter beschränkte. Die Neufassung schafft zahlreiche Zölle auf beiden Seiten ab. Neben Industriegütern kommen Dienstleistungen, öffentliches Beschaffungswesen, digitaler Handel, Investitionen und Agrarprodukte hinzu. »Die EU und Mexiko haben sich zu einer engen strategischen Partnerschaft verpflichtet«, teilte von der Leyen mit. Das erweiterte Handelsabkommen werde »beiden Seiten viele Vorteile bringen«. Besonders die europäische Landwirtschaft dürfte profitieren: Mexiko schütze seine eigene Produktion bislang mit hohen Zöllen gegenüber EU-Importen, nun sollen zahlreiche Aufschläge wegfallen. Für fast alle Waren, darunter mexikanisches Geflügel und europäischer Käse, wird ein zollfreier Zugang gewährt, wenn auch mit einer Begrenzung durch Quoten. Europäische Firmen sollen zudem einen besseren Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen bekommen. Für Maschinenbauer wird der Handel mit Mexiko durch Lockerungen der Regeln für Bauteile aus Nicht-EU-Ländern vereinfacht. Außerdem sollen Pharmaunternehmen und Hersteller von Bauteilen für den Verkehrssektor profitieren. Insgesamt geht das mexikanische Wirtschaftsministerium davon aus, dass die Exporte in die EU durch das neue Abkommen bis 2030 von derzeit rund 24 Milliarden auf 36 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 31 Milliarden Euro) pro Jahr steigen könnten. Die EU exportiert jährlich Waren im Wert von etwa 53 Milliarden Euro nach Mexiko. Über die letzten zehn Jahre ist der Handel zwischen den Partnern um rund 75 Prozent gestiegen. Ein Ziel: Unabhängigkeit von der USA »Das Ziel ist einfach: Wir wollen mehr Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung auf b...
First seen: 2026-05-22 22:26
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