Eyal Hulata gilt als eine der profiliertesten Stimmen zur regionalen Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten. Er war mehr als zwei Jahrzehnte beim Mossad und später Sicherheitsberater unter Israels Premierministern Naftali Bennett und Yair Lapid. DIE ZEIT: Donald Trump hat gerade einen angekündigten Angriff auf den Iran vorerst abgesagt. Gibt er der Diplomatie noch mal eine Chance – oder bereiten sich die USA lediglich auf die nächste Eskalationsstufe vor? Eyal Hulata: Ich denke, beides stimmt. Präsident Trump hat sehr deutlich gemacht, dass er ein Abkommen möchte. Dafür müssen die Iraner aber auf die Forderung der amerikanischen Seite eingehen – und das ist bisher nicht geschehen. Trump erhöht den Druck auf den Iran, um klarzumachen: Die Zeit spielt nicht für euch. Er setzt dabei auf wirtschaftlichen Druck wie die Blockaden. Gleichzeitig sollen militärische Drohungen signalisieren: Wenn ihr euch nicht bewegt, werde ich zuschlagen. Wahrscheinlich würde er eher auf chirurgische Schläge setzen – kurz und begrenzt – um danach wieder Verhandlungen unter günstigeren Bedingungen einzufordern. Das ist, glaube ich, seine Strategie.
First seen: 2026-05-23 10:34
Last seen: 2026-05-23 11:34