Aryna Sabalenka beendete noch ihren Gedankengang. Dann brach die Nummer eins im Tennis ihre Konferenz mit der Weltpresse eigenständig ab. Eine Aufgabe, die sonst den Pressesprechern der Tennistouren vergönnt ist. »Es ist jetzt Zeit für Fragen der nationalen Medien«, sagte Sabalenka und bedankte sich noch bei den dutzenden Journalisten. Die Berichterstatter verließen daraufhin artig, aber durchaus diskutierend den größten Pressekonferenzsaal in den Katakomben des Court Philippe Chatrier – dem größten Stadion der French Open in Paris. Sabalenka setzte ihre Frage-Antwort-Runde mit den wenigen Pressevertretern ihres Heimatlandes Belarus fort und boykottierte dann wie alle Topspieler die obligatorischen TV-Interviews. »Es geht um die Spieler, die in der Rangliste weiter unten stehen« Es ist das bestimmende Thema vor dem am Sonntag beginnenden Grand Slam: Der von den besten Tennisspielern der Welt – unter ihnen Sabalenka, Jannik Sinner und Alexander Zverev – umgesetzte Medienboykott ist der Kampf gegen die Verantwortlichen der French Open um mehr Preisgeld. Die Topspieler limitierten sich auf 15 Minuten, sprachen vor der schreibenden Weltpresse und boykottierten anschließend die sonst üblichen, zahlreichen TV-Interviews mit den zahlenden übertragenden Sendern. Das sollte die Verantwortlichen aus Frankreich ärgern. Es geht ums Geld. Ein auch im Tennis kompliziertes Thema. Zwar ist das Gesamtpreisgeld, das der französische Verband (FFT) als Ausrichter in Roland Garros ausschüttet, im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 61,7 Millionen Euro brutto gestiegen. Das entspricht allerdings nur rund 15 Prozent der Gesamteinnahmen, die der FFT mit diesem Großereignis generiert. Die Topspieler wollen mehr vom Kuchen, forderten bereits im vergangenen Jahr 22 Prozent. © unsplash.com Newsletter Das tut mir gut – Der ZEIT-Gesundheitsnewsletter Einmal die Woche sammeln wir für Sie im ZEIT-Gesundheitsnewsletter die spannendsten Texte zu allem, was guttut. Darunter Tipps aus Psychologi...
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