Es ist eines der heißen Eisen der deutschen Energiewende: Für den monumentalen Umbau des Energiesystems müssen große neue Stromleitungstrassen quer durchs Land gebaut werden. Die sogenannten „Stromautobahnen“ sollen grünen Windstrom aus dem Norden zu den Verbrauchszentren im Süden der Republik bringen.Sollen die langen Leitungen wie bisher üblich im Boden verbuddelt werden, was teuer ist, aber das Landschaftsbild schont? Oder sollen die Trassen in Zukunft als überirdische Freileitungen gebaut werden, was günstiger, wegen der teils mehr als 70 Meter hohen Masten aber auch weithin sichtbar ist?Eigentlich schien diese Frage geklärt. Nachdem Deutschland viele Jahre lang fast ausschließlich auf die teuren unterirdischen Stromtrassen gesetzt hatte, kündigte die schwarz-rote Bundesregierung einen Kurswechsel an. „Wir legen den Grundstein für den kosteneffizienten Ausbau der Stromnetze, indem wir die neuen Stromautobahnen wieder als Freileitung realisieren“, ließ sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Ende April zitieren. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das Kabinett von Kanzler Friedrich Merz hat dafür eine Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes beschlossen. Ein Kernpunkt der Gesetzesnovelle: Nach elf Jahren soll der sogenannte „Erdkabel-Vorrang“ aufgehoben werden, der die überregionalen Hochspannungstrassen weitestgehend unter die Erde verbannt hat.Netzbetreiber versprechen sich vom Verzicht auf Erdkabel ein Einsparpotential in zweistelliger Milliardenhöhe, wovon die Bürger als Stromkunden und Steuerzahler profitieren würden. Das passt bestens zum zentralen energiepolitischen Versprechen von Wirtschaftsministerin Reiche: Sie will die Energiewende bezahlbarer als bisher machen. Strommasten sind unpopulärFreileitungen statt Erdkabel, das schien aber auch eine durchaus mutige Entscheidung der Regierung Merz zu sein. Denn Strommasten sind bei vielen Bürgern unpopulär. Ihr Anblick ist noch unbeliebter als der von Windkraftanl...
First seen: 2026-05-25 09:11
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