Das Leben und Arbeiten in einer kleinen isolierten Gruppe hat weitreichende Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden. Das geht aus einer Studie hervor, die die Besatzung der französisch-italienischen Antarktisstation Concordia untersucht hat. »Bei längerer Isolation stärkt ständige Nähe Beziehungen nicht unbedingt, sondern kann viel mehr Spannungen, Misstrauen und psychische Belastungen verstärken«, berichteten Forschende mehrerer Universitäten – darunter Zürich, Bern und Würzburg – in der Fachzeitschrift PNAS. Die Forscherinnen und Forscher untersuchten zehn Monate lang die zwölfköpfige Besatzung der Concordia. Da die Station im antarktischen Winter von Mitte Februar bis Mitte November nicht zugänglich ist, lebte und arbeitete die Besatzung in völliger Abgeschiedenheit. Zur Erforschung ihrer Situation trug die Besatzung Sensoren, die erfassten, wann sie sich wie lange mit wem trafen, und sie füllten mehrfach Fragebögen aus. Physische Nähe wirkt sich nicht unbedingt positiv aus Das zentrale Ergebnis der Studie ist die Zunahme von Einsamkeit, Misstrauen und Konflikten, »während Zusammenhalt und Leistungsfähigkeit sinken«, schrieb die Universität Bern. Außerdem stellten die Forscher eine Zunahme von Paranoia fest. Einige Teammitglieder hätten nach ein paar Monaten geglaubt, dass andere über sie sprechen oder sie beobachten würden, sagte der Psychiater Sebastian Walther. Diese Personen hätten angenommen, dass die anderen ihnen schaden wollten. Diese Form der Paranoia sei jedoch »weit entfernt von einem paranoiden Verfolgungswahn wie bei schweren psychischen Erkrankungen«, fügte Walther hinzu. © unsplash.com Newsletter Das tut mir gut – Der ZEIT-Gesundheitsnewsletter Einmal die Woche sammeln wir für Sie im ZEIT-Gesundheitsnewsletter die spannendsten Texte zu allem, was guttut. Darunter Tipps aus Psychologie und Medizin, Sport und Ernährung. Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis. Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. P...
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