Wie schaffen es Paare mit Kindern, dass beide in Vollzeit arbeiten? In unserer Serie Volle Zeit berichten Merita Schojai-Schultz, 36, Augenärztin und Inhaberin von fünf Praxen im Bereich der ästhetischen Medizin, und Tim Schultz, 41, Augenarzt und Gründer des AugenCentrums Am Rothenbaum in Hamburg, von ihrem Alltag. Sie haben zwei Söhne, vier und sechs Jahre alt. Sie arbeiten beide 100 Prozent. War das schon immer so? Sie: Als ich erstmals schwanger wurde, merkten mein Mann und ich, dass wir nicht dieselbe Vorstellung von Care-Arbeit haben. Ich dachte, wir seien gleichberechtigt. Doch mein Mann war nicht bereit, Elternzeit zu nehmen. Nach der Geburt bin ich zu Hause geblieben und habe mich benachteiligt gefühlt. Mein Mann hat 100 Prozent weitergearbeitet, ich drei Monate gar nicht. Danach bin ich mit 50 Prozent eingestiegen. Wir fanden eine Lösung: Wir stellten eine Nanny ein. Als ich noch stillte, war sie mit dem Baby zwei Vormittage in der Woche in meiner Praxis. Wir richteten dort ein Kinderzimmer ein. Ich wurde aus dem Behandlungsraum rausgeklingelt, wenn das Baby Hunger hatte. Meine Patienten hatten Verständnis. Seit zwei Jahren bekommen wir es hin, dass ich wieder voll arbeiten kann. Mittlerweile leite ich zusammen mit einer Kollegin fünf Praxen, 20 Stunden in der Woche bin ich dort, den Rest mache ich im Homeoffice.
First seen: 2026-05-27 03:42
Last seen: 2026-05-27 04:43