Weil Mädchen beim traditionellen Kinderschützenfest in Wildeshausen weiterhin nicht mitschießen dürfen, organisiert eine Initiative nun einen eigenen Wettbewerb – und kürt erstmals eine Kinderkönigin. Am Pfingstsonntag startete in Wildeshausen wieder das traditionsreiche Gildefest. Ein Höhepunkt dabei ist das Kinderschützenfest am Samstag danach. Doch wie schon in den vergangenen Jahren bleibt Mädchen die Teilnahme daran verwehrt – sie dürfen nicht schießen. Ein entsprechender Antrag zur Öffnung war 2025 von der Gilde abgelehnt worden. Als Reaktion richtet die Initiative „Gilde für alle“ einen Alternativwettbewerb für 10- bis 14-Jährige aus. Statt Schießen wird „Cornhole“ gespielt – ein Wurfspiel mit kleinen Säckchen auf eine schräge Plattform. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten können wir kein Schießen anbieten, dafür spielen wir Cornhole“, sagt Initiator Hendrik Boldt. Am Ende soll die „erste Kinderkönigin“ gekürt werden – inklusive Medaillenkette. Eine bewusste Anspielung: Beim offiziellen Fest wird die Kette traditionell von Mädchen poliert. „Wir drehen das Ganze einfach mal um“, so Boldt. Begleitet wird die Aktion von einer angemeldeten Demonstration durch die Stadt. Die Initiative will damit weiter Druck machen und erreichen, dass künftig alle Kinder am Schützenfest teilnehmen dürfen. Das könnte Sie auch interessieren: Wohnungsbau in Hamburg in der Krise: Zahlen brechen ein Bei der Gilde stößt das auf deutliche Kritik. Die parallel geplante Aktion sei „respektlos“, sagt Gilde-Oberst Friedrich Ahlers. „Es ist die Art und Weise, darüber bin ich verärgert.“ Zwar sei Demonstrieren ein wichtiges Recht, doch der Mehrheitsbeschluss müsse akzeptiert werden. Die Initiative dagegen hält an ihrem Ziel fest – und will langfristig eine neue Tradition für Mädchen etablieren. (dpa/rei)
First seen: 2026-05-27 10:48
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