Der Bund muss sparen, weil die Kosten im Gesundheitswesen die Ausgaben weit übersteigen: in Krankenhäusern, bei der Pflege, der Notfallversorgung und in den Praxen. Im nächsten Monat soll das Gesetz zur Stabilisierung der Krankenversicherungsbeiträge beschlossen werden, in dem sich aus Sicht niedergelassener Ärzte und Therapeuten viele bittere Pillen verbergen – für die Behandler, aber auch für die Patienten. Daher haben sich in Hessen 27 Verbände zusammengeschlossen, um ihre Kritik öffentlich zu machen – und um vielleicht noch Änderungen am Gesetz herbeiführen zu können.Die geplanten Einsparungen brächten einen Teil der ambulanten Versorgung in Existenznot, so der Tenor der gemeinsamen Erklärung. Die Verbände repräsentieren die Sicht von mehr als 14.000 Haus-, Fach- und Kinderärzten sowie Psychotherapeuten in Hessen. „Praxen sind mittelständische Unternehmen“, sagt Christian Sommerbrodt, Vorsitzender des Hausärzteverbands in Hessen. „Wir stehen unter dem gleichen Kostendruck wie andere Unternehmen, aber unsere Einnahmen sind gedeckelt.“Wie hoch die ärztlichen Leistungen für Kassenpatienten vergütet werden, legen im Wesentlichen die Krankenkassen fest. Nur bei Privatpatienten ist der Spielraum größer. Steigen die Kosten einer Praxis, könnten sie nicht an die Patienten weitergegeben werden. Schlimmer noch: Das neue Spargesetz kürze zum Teil sogar die Einnahmen, um Beträge zwischen 9000 und 68.000 Euro im Jahr, hätten die verschiedenen Verbände errechnet.„Die Regierung spart an unseren Kindern“Ihre Hauptsorge ist, dass eine niedergelassene Praxis nicht mehr wirtschaftlich zu führen sei. „Wenn ein selbständiger Arzt weniger verdient als ein fest angestellter, wird er es sich zweimal überlegen, das Risiko einer Niederlassung einzugehen“, so Sommerbrodt. Das gelte vor allem, wenn sich die Voraussetzungen für eine Selbständigkeit in so rascher Abfolge änderten, ergänzt Stephanie Hild-Steimecke, stellvertretende Vorsitzende der Psychotherapeutenvereinigung Hessen. Erst im ...
First seen: 2026-05-27 14:53
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