Noch bevor die Rentenkommission der Bundesregierung Ende Juni ihre Vorschläge vorstellen wird, streitet das Land wieder einmal darüber, wer die stetig steigenden Kosten des Rentensystems zu tragen hat. Sollen die Jüngeren mehr schultern, etwa durch höhere Beitragssätze oder ein späteres Eintrittsalter? Sollen die Älteren weniger bekommen, etwa indem man das Rentenniveau schrittweise absenkt? Oder kann die Rentenversicherung stabilisiert werden, indem weitere Gruppen wie Beamte oder Selbständige in sie einbezogen werden?Seit Jahren werden diese Ansätze rauf- und runterdiskutiert. Doch die größte Ungerechtigkeit im jetzigen System berührt keiner der Vorschläge. Nach allem, was man hört, wird auch die Rentenkommission nichts an ihr ändern. Und das, obwohl diese Ungerechtigkeit unmittelbar mit der Ursache der Misere zusammenhängt.Die Mutter aller Probleme in der Rentenversicherung ist der Kindermangel. Wenn die jetzt in den Ruhestand gehende Babyboomer-Generation ebenso viel Nachwuchs gezeugt hätte wie ihre Eltern, stünden genügend Beitragszahler bereit, um ihre Renten zu finanzieren. Tatsächlich aber liegt die Geburtenrate in Deutschland seit den Siebzigern weit unter Reproduktionsniveau. Besserung ist einstweilen nicht in Sicht: Zuletzt sorgte die Nachricht für Aufsehen, dass in Deutschland 2025 so wenige Kinder zur Welt kamen wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik.Wenn Kindermangel also das grundsätzliche Problem des Rentensystems ist, wäre es nur logisch, dass diejenigen, die am stärksten für das Problem verantwortlich sind, auch am meisten zu seiner Lösung beitragen. Ein nachhaltiges und gerechtes Umlageverfahren müsste diejenigen entlasten, die durch Kinderkriegen seine Zukunft sichern, und diejenigen belasten, die das nicht tun.Derzeit ist das kaum der Fall. Zwar werden Eltern pro Kind drei Rentenpunkte als Kindererziehungszeit gutgeschrieben, was nach gegenwärtiger Berechnung die Rente um etwa 120 Euro pro Monat erhöht (Gutverdiener erhalten weniger). Do...
First seen: 2026-05-27 15:54
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