Als Tennisspieler ist Alexander Zverev deutlich besser denn als Tennisexperte. „Muss Struffi gewinnen“, hatte der Weltranglistendritte getönt, nachdem er selbst am späten Mittwochabend vorgelegt und bei den French Open die dritte Runde erreicht hatte.Doch auch im Profisport gilt der gute alte Mark-Twain-Spruch, wonach Prognosen schwierig sind, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Jan-Lennard Struff, nicht nur vom deutschen Davis-Cup-Kollegen Zverev „Struffi“ genannt, verlor am Donnerstag 5:7, 6:7, 2:6 gegen einen Gegner, dessen Stärken sich offenbar noch nicht bis zum Letzten herumgesprochen hatten: Jaime Faria, 22 Jahre, aus Lissabon.Service lässt Struff im StichStruff selbst wusste selbstverständlich Bescheid, mit wem er es zu tun bekam. Ein Portugiese, der in der Qualifikation unter anderem den früheren Weltranglistendritten Grigor Dimitrow bezwungen hatte. „Ein harter Brocken“, den der Warsteiner nicht aus dem Weg räumen konnte.Anders als erhofft hatte Struff den Schwung, in den er bei seinem Erstrundensieg gegen den Weltranglistenzehnten Alexander Bublik gekommen war, unterwegs verloren. Vor allem sein Service ließ den 36-Jährigen im Stich. Von den ersten Aufschlägen kam nicht einmal jeder zweite. Faria, auf Platz 115 der Weltrangliste notiert, kam zu 16 Breakbällen. Fünf davon nutzte er, um dem Deutschen den Aufschlag abzunehmen.Seit Kurzem versucht Struff, mit seinem langjährigen Trainer Carsten Arriens wieder an frühere Erfolge anzuknüpfen. Mit dessen Vorgänger Markus Wislsperger hatte es nicht geklappt, die Trennung erfolgte im April. Bei Arriens weiß er, was er bekommt. „Ich kriege nicht eine neue Philosophie im Tennis mit, wo ich vielleicht schon wieder durcheinanderkomme oder nicht weiß, was passieren wird.“ Vielleicht zahlt sich die Zusammenarbeit in der Rasensaison aus. Danach wird wieder Schluss sein mit den beiden.
First seen: 2026-05-28 13:11
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