Judenhass im Norden: Hunderte Vorfälle gemeldet – aber Zahlen sinken wieder

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Täglich Anfeindungen, Bedrohungen, Angriffe: Für Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein ist Antisemitismus weiter bittere Realität. Zwar wurden 2025 weniger Vorfälle registriert als im Jahr zuvor. Doch von Entwarnung will niemand sprechen – im Gegenteil. Die landesweite Informations- und Dokumentationsstelle Antisemitismus in Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr 411 antisemitische Vorfälle registriert. Das entspricht einem Rückgang um rund 30 Prozent im Vergleich zu 2024 mit 588 Fällen. Dennoch spricht Projektleiter Joshua Vogel weiter von einer „extrem angespannten Lage“ – sowohl auf Basis der erfassten Vorfälle als auch durch Erkenntnisse aus der Vernetzung mit jüdischen Communities.Antisemitismus: Die meisten Vorfälle sind BotschaftstatenDie Mehrzahl der dokumentierten Bedrohungen richtete sich laut Vogel gegen Jüdinnen und Juden. Die meisten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum und seien als Botschaftstaten zu verstehen. Die Folgen für Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein seien massiv und Ausdruck eines „wachsend gesamtgesellschaftlich antisemitischen Grundrauschens“, das seit 2023 zu beobachten sei.Antisemitismus trete im Norden in verschiedenen Formen auf, gehäuft auch israelbezogen – von Schmierereien über Beleidigungen bis zu körperlichen Angriffen. Nur 4,3 Prozent der Fälle seien bei der Polizei gemeldet worden, sagte Madó Dreher vom Verein Zebra. Vogel ergänzte, das hohe Aufkommen von Antisemitismus ermüde Betroffene zunehmend und halte sie davon ab, Erlebtes zu melden.Judenhass in der Öffentlichkeit zunehmend enthemmtNach Angaben der Dokumentationsstelle erschwert Antisemitismus insbesondere Jüdinnen und Juden die Teilhabe am öffentlichen Leben. Auch Bemühungen, jüdisches Leben als alltägliche Selbstverständlichkeit sichtbarer zu machen, würden dadurch behindert.Der Landesbeauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Gerhard Ulrich, zeigte sich besorgt. Das hohe Niveau der Angriffe und Bedrohungen sei auch mit Blick auf bu...

First seen: 2026-05-28 15:13

Last seen: 2026-05-28 16:14