Todesursache EBIT: „Teure Schnittstellen blockieren Gesundheitsdigitalisierung“ Jochen Werner, ehemaliger Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Essen, hat dem deutschen Gesundheitswesen einen Satz hinterlassen, der hängen bleibt: „Tod durch Datenschutz“. Gemeint ist die bittere Realität, dass Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten behandeln, ohne deren Daten zu kennen, weil der Datenschutz, oft genug als Vollkasko-Ausrede missbraucht, den Zugriff auf das Naheliegende verhindert. Das kostet Zeit, Geld und im Zweifel Menschenleben. Weiterlesen nach der Anzeige Werner hat recht. Aber er beschreibt nur die eine Hälfte des Problems. Was geschieht, wenn die Daten zwar vorhanden sind, dem medizinischen Personal aber durch künstliche Barrieren vorenthalten werden? Es gibt einen zweiten Mechanismus, der die Digitalisierung der Krankenhäuser systematischer erstickt. Er trägt kein ethisches Mäntelchen, sondern ein betriebswirtschaftliches. Nennen wir ihn: Todesursache: EBIT. (Bild: Verband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen und Leiter) Bastian Stockhausen ist Geschäftsführer der KH-IT Service GmbH. Die Macht der Schnittstellen In zu vielen Häusern entscheidet längst nicht mehr die beste Lösung über den Fortschritt, sondern der Preis einer Schnittstelle – jener technischen Brücke, über die zwei Systeme ihre Daten austauschen. Große, monolithische Anbieter treiben diese Preise dorthin, wo sie mit den tatsächlichen Kosten von Entwicklung und Betrieb nichts mehr zu tun haben. Der Grund ist selten technischer, fast immer strategischer Natur: Eine teure Schnittstelle schöpft Gewinn ab, wo kein Mehrwert entsteht, und sie hält Wettbewerber draußen. Besonders teuer wird sie regelmäßig dann, wenn ein konkurrierendes Produkt das eigene verdrängen könnte. Plötzlich rechnet sich der Wechsel nicht mehr. Das bessere Produkt unterliegt nicht im Wettbewerb, sondern an einer Rechnungsposition. Ein Beispiel aus der Praxis Weiterlesen nach der Anzeige Wie das in der Prax...
First seen: 2026-07-17 06:07
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