Die Kommission solle die Finanzen, die Aufnahmepraxis und die »allgemeine Funktionsfähigkeit« des Landesverbands prüfen, so heißt es aus AfD-Kreisen.Hintergrund: Seit Tagen tobt in der NRW-AfD ein Streit über die Aufstellung der Landesliste für die Landtagswahl 2027. Gegner von Landeschef Vincentz hatten die Versammlung blockiert, bei der die Liste erstellt werden sollte. Sie fühlten sich bei der Verteilung aussichtsreicher Listenplätze übergangen. »Operation Filibuster« – so nannten sie eine Telegram-Gruppe, in der sie die Blockade planten.»Filibuster« ist ein sprechender Name: Wenn eine Minderheit in einem Parlament eine Abstimmung durch Verzögerungen zu verhindern versucht, nennt man das so. Landeschef Vincentz macht für diese Blockade auch Parteichefin Weidel verantwortlich, die er zu seinen Gegnerinnen zählt. Vincentz brach die Versammlung also nicht ab. Daraufhin wurden auf ihr fast ausschließlich seine Leute auf die Liste gewählt.Die Untersuchungskommission ist nun die Antwort darauf. »Die werden so lange prüfen, bis sie etwas finden«, sagte ein AfD-Mitglied aus dem Landesvorstand in Nordrhein-Westfalen meinem Kollegen. Der AFD-Mann sieht darin den Versuch einer »politischen Säuberungsaktion gegen unliebsame Gegner«.Mein Kollege Fabian Hillebrand glaubt: »Der Machtkampf kommt für die AfD zur Unzeit, kurz vor drei Landtagswahlen im September.«Ob sich Vincentz eine solche Untersuchungskommission allerdings gefallen lässt oder ob der Machtkampf weiter eskaliert, das ist offen. Vielleicht gelingt es Vincentz ja, die Einsetzung einer solchen Kommission zu verzögern – um mal ein Wort zu nutzen, das dem »Filibustern« nahekommt.
First seen: 2026-07-21 04:19
Last seen: 2026-07-21 09:23