Der Jurist und Rechtsphilosoph Felix Ekardt arbeitet als Leiter der Leipziger Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik sowie Professor an der Uni Rostock und forscht zu Politik, Recht und Ethik der Nachhaltigkeit. Er sucht immer wieder die Diskussion mit den Leserinnen und Lesern der ZEIT. Auch diesmal antwortet er direkt unter dem Artikel auf Leserkommentare. Diskutieren Sie mit! Auf KI und Digitalisierung ruhen große Hoffnungen. Sie sollen neben allen wirtschaftlichen und sonstigen Problemen auch jene des Umweltschutzes lösen. Der ist uns allen oft immer noch zu unbequem oder zu ungewohnt, und nun winken scheinbar technische Wunderlösungen. Möglich sollen sie werden, indem Ressourcennutzung und Energieverbrauch effizienter gestaltet werden, die Logistik entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis hin zum Abfall optimiert wird. Oder indem Häuser, Industrieproduktion oder auch Düngung und Pestizideinsatz smarter werden. Wenn mit KI Dinge einfacher produziert werden können, kann das zum Beispiel viel Material, Transportwege und damit auch Energie sparen. So soll ein ressourcenleichtes Wachstum möglich werden, das ökonomische und ökologische Anliegen versöhnt. Doch mit den Chancen von KI für den Umweltschutz ist es ähnlich wie mit jenen für Demokratie und Wirtschaft: Ihnen stehen auch Risiken gegenüber. Aktuell wird KI eher zum Ökokiller. Denn immer neue Anwendungen und Dienstleistungen brauchen zunächst einmal viel Material, Energie und oft auch Fläche. Energiefresser sind gerade die riesigen Rechenzentren, die entstehen, um KI mit großen Datenmengen trainieren zu können. In einer Welt der Trumps und Putins, die verstärkt wieder auf fossile Brennstoffe setzt, heißt das neben mehr Materialverbrauch auch: noch mehr fossiler Brennstoffverbrauch. Felix Ekardtist Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig sowie Professor an der Uni Rostock. Ekardt initiierte die 2021 erfolgreiche Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht und Folgekla...
First seen: 2026-07-21 08:22
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