Als „Knast-Casanova“ bekannt – Intensivtäter klagt sich Flüchtlingsstatus zurück

https://www.welt.de/feeds/latest.rss Hits: 2
Summary

Gefährliche Körperverletzung, schwere räuberische Erpressung, 78 Prozent Rückfallrisiko – und trotzdem: Ein Gericht hat geurteilt, dass dem Intensivtäter Ahmad J., auch als „Knast-Casanova“ bekannt, der Flüchtlingsstatus zu Unrecht aberkannt wurde.Das schleswig-holsteinische Verwaltungsgericht hat eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im Fall des 19-jährigen Ahmad J. kassiert. Das Bamf hatte dem Intensivtäter die Flüchtlingseigenschaft entzogen – zu Unrecht, wie das Gericht in Schleswig nun entschied. Das Urteil liegt der „Bild“-Zeitung vor.Im Juli 2023 wurde gegen den Iraker demnach zunächst eine dreijährige Jugendstrafe verhängt, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und besonders schwerer räuberischer Erpressung. Daraufhin habe das Bamf seinen Flüchtlingsstatus widerrufen. Ein kriminalprognostisches Gutachten hatte das Risiko weiterer Straftaten auf 78 Prozent geschätzt, so „Bild“.Keine Wiederholungsgefahr laut GerichtEin weiteres Gutachten bescheinigte J. aber eine verbesserte Impulskontrolle. Auch das Gericht in Schleswig sieht jetzt eine positive Entwicklung des 19-Jährigen gegeben – und damit keine konkrete Wiederholungsgefahr. „Hier in dem Fall war die Voraussetzung (für den Entzug des Flüchtlingsstatus, d. R.), dass eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren verhängt worden ist, wegen eines Verbrechens oder einer schweren Straftat. Diese Voraussetzung war erfüllt. Darüber hinaus muss aber eben noch für die Zukunft gesehen eine Gefahr für die Allgemeinheit bestehen. Und genau diesen Aspekt hat das Gericht verneint auf Grundlage der mündlichen Verhandlungen“, sagte Freya Gräfin Kerssenbrock, Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Schleswig, gegenüber WELT TV.Ralph Knispel, ehemaliger Staatsanwalt, kritisiert im Gespräch mit WELT TV die Entscheidung des Gerichts in Schleswig. „Wenn man schon einen Ermessensspielraum hat, dann muss man ihn auch ausschöpfen. Und zwar auch gegebenenfalls zulasten eines Straff...

First seen: 2026-07-21 10:24

Last seen: 2026-07-21 11:25