Im vergangenen Jahr sind erneut Tausende Menschen Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt geworden. Die Beratungsstellen für Betroffene registrierten 3.167 Angriffe. Das sei der zweithöchste Wert nach 2024, sagte Judith Porath, Vorstandsmitglied vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG). Damals waren es rund 3.450 Angriffe. Fast 4.300 Menschen seien 2025 betroffen gewesen, darunter rund 600 Kinder und Jugendliche. Mehr als die Hälfte aller dokumentierten Angriffe sei rassistisch motiviert gewesen. Zwei Menschen wurden durch rechte Gewalttaten getötet. Rassismus ist häufigstes Tatmotiv Über die Jahre hinweg sind die Zahlen des VBRG allerdings nur bedingt vergleichbar. Der Jahresbericht für 2025 basiert auf den Daten aus 13 der 16 Bundesländer. Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland fehlen, im Jahr davor war auch Niedersachsen nicht dabei. Porath erklärt das mit der unterschiedlichen finanziellen Ausstattung der einzelnen Landesverbände, die mitunter aus Geldmangel auf derartige Statistiken verzichten müssten. Nach den VBRG-Daten bleibt Rassismus mit 1.729 dokumentierten Taten das häufigste Tatmotiv. Zudem erfassten die Beratungsstellen 325 queerfeindliche sowie 180 antisemitische Gewalttaten. Polizeistatistik deutlich niedriger Die Zahlen des Verbands liegen deutlich höher als in der offiziellen Polizeistatistik; dort ist für das Vorjahr nur von rund 1.300 rechtsextremen Gewaltdelikten die Rede. Der VBRG begründet den Unterschied damit, dass die Ermittlungsbehörden bei der Zuordnung eines rechtsextremen Tatmotivs relativ zurückhaltend seien. Zudem würden viele Fälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht. Porath beklagte eine »zunehmende Normalisierung« derartiger Vorfälle: »Bedrohung und Angriffe gehören für viele Betroffene mittlerweile zum Alltag.« Viele fühlten sich bei Polizei und Justiz nicht ernst genommen, Angriffe würden oft bagatellisiert und Verfahren verschleppt.
First seen: 2026-07-21 11:25
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