Der Bundesvorstand der AfD hält an seinem Vorhaben fest, die Arbeit des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen um den dortigen Landessprecher Martin Vincentz mit einer Tiefenprüfung durchleuchten zu wollen. Das geht aus einem am Dienstag an die Mitglieder der Partei verschickten Brief des Bundesvorstands hervor, der der ZEIT vorliegt. Auf dieser Basis will die Parteiführung ihren am Montag angekündigten Plan umsetzen, die Finanzen und bestimmte Entscheidungen der NRW-Landesführung von einer Kommission prüfen zu lassen – obwohl es seitens der NRW-Landesführung zuletzt Signale der Deeskalation gab. So hatte der Landesvorstand am Montagabend einen gegen den Bundesvorstand gerichteten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückgenommen, mit der er dem Bundesvorstand untersagen wollte, sich in die Wahl der Kandidaten für die Landtagswahl 2027 einzumischen, die an den beiden vergangenen Wochenenden in Marl stattfand. Konflikt zwischen Chrupalla- und Weidel-Anhängern in NRW Bei der Wahl hatten sich Delegierte zweier rivalisierender Lager gegenseitig der Erpressung und von Tätlichkeiten beschuldigt, Strafanzeigen waren die Folge. Auch in der Wahl der Kandidaten gab es harte Auseinandersetzungen: Den Unterstützern von Landeschef Vincentz, die Parteichef Tino Chrupalla nahestehen, gelang es, ihre Wunschkandidaten weitgehend durchzusetzen. Das etwas schwächere Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich und Landesvorstandsmitglied Sven Tritschler, die Parteichefin Alice Weidel sowie dem Thüringer Landeschef Björn Höcke politisch nahestehen, sah sich unterrepräsentiert. Die Gruppe organisierte in Smartphone-Chats die »Aktion Filibuster« – eine Massenkandidatur, die die Wahlversammlung über Stunden lahmlegte und ins Chaos trieb. Vorwürfe aus der NRW-AfD an Alice Weidel Nach den Tumulten rief der Bundesvorstand die NRW-AfD dazu auf, die Aufstellung der Kandidaten neu anzusetzen. Vincentz warf Weidel daraufhin »Antifa«-Auswüchse vor und beschuldigte den Bundesvo...
First seen: 2026-07-21 16:29
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