Australien: Die „Coolen“ ignorieren Social-Media-Sperre, viele kommen zurück

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Australiens Social-Media-Sperre für Kinder und Jugendliche wird immer häufiger umgangen, primär wegen des Gruppenzwangs und weil vor allem die „Coolen“ weiterhin auf den Diensten aktiv sind. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Nutzungsverhalten in Australien, an der das Max-Planck-Institut für Verhaltensökonomik mitgewirkt hat. Der Befragung zufolge ist der Anteil der 14- bis 15-Jährigen, die in den Tagen davor eine der für sie verbotenen Plattformen genutzt haben, von 64 Prozent im April auf 92 Prozent im Juni gestiegen. Bei der Einrichtung eines Kontos hatten mehr als ein Fünftel der Befragten Hilfe von Eltern, älteren Geschwistern oder anderen Erwachsenen. Der Großteil konnte das eigene Konto weiter benutzen, weil es gar nicht gelöscht wurde. Weiterlesen nach der Anzeige Nachahmer trotz Zweifel am Nutzen Am 10. Dezember 2025 wurde in Australien das erste Mindestalter für die Nutzung sozialer Netzwerke in einer Demokratie eingeführt. Das zugrundeliegende Gesetz war im November 2024 vom Parlament verabschiedet worden. Die Maßnahme zielt vorrangig darauf ab, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten, Mobbing, Cybergrooming, sexualisierter Gewalt und Suiziden im Zusammenhang mit Online-Missbrauch zu schützen. Vom Verbot für Minderjährige unter 16 Jahren sind zehn Plattformen betroffen: Facebook, Instagram, Kick, Reddit, Snapchat, Threads, TikTok, Twitch, X und YouTube. Weil immer mehr Staaten ähnliche Sperren planen, wird Australiens Weg mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Vor diesem Hintergrund wurde die jetzt vorgestellte Studie durchgeführt. Wie die Forschenden erläutern, haben sie zeigen können, dass altersbezogene Verbote zwar den Zugang zu Plattformen erschweren können, ihre tatsächliche Wirkung hänge aber stark von sozialen Faktoren ab. Es sei entscheidend, ob Freundinnen und Freunde und Klassenkameraden weiterhin auf den Plattformen bleiben. Wer Instagram, TikTok & Co. verlasse, während die dableiben, habe Angst, etwas zu verpassen (FOMO oder „fear ...

First seen: 2026-07-22 09:40

Last seen: 2026-07-25 17:45