Die Schienenmaut in Deutschland wird für den Nahverkehr deutlich teurer, Fern- und Güterverkehr werden dagegen entlastet. Das hat die Bundesnetzagentur am Mittwoch angeordnet, wie die Bonner Behörde selbst mitteilte. Die bisherigen Trassenentgelte für 2026 wurden aufgehoben. Im Vergleich zu den bisherigen Beträgen müsse der Nahverkehr nun rund 400 Millionen Euro zusätzlich stemmen. In dieser Größenordnung werden dafür Fern- und Güterverkehr entlastet.Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), mit dem die bisherige Trassenpreisbremse im Nahverkehr für ungültig erklärt wurde. Erhöhungen im Nahverkehr wurden bisher auf drei Prozent pro Jahr begrenzt – unabhängig von den tatsächlichen Kostensteigerungen bei der Bahn-Infrastrukturtochter DB Infrago. Lasten oberhalb dieser Marke mussten bislang die Bereiche Fern- und Güterverkehr aufbringen.Für 2026 muss der Nahverkehr nun laut Netzagentur neun Prozent höhere Trassenentgelte zahlen. Der Fernverkehr kann mit einer Absenkung um 17 Prozent rechnen, der Güterverkehr um zwölf Prozent. Die Bonner Behörde will sich auch die Trassenpreise für 2025 noch einmal anschauen. Hierüber soll später im Jahr entschieden werden.Mehrere Verkehrsunternehmen als auch die DB Infrago selbst hatten gegen die bisherige Praxis geklagt. Das zuständige Verwaltungsgericht Köln hatte den Fall dem EuGH vorgelegt und um eine Überprüfung gebeten. Nach dem EuGH-Urteil aus dem März ist die Bundesregierung noch stärker unter Druck, die Trassenpreise zur Nutzung des Schienennetzes zu reformieren. Ein Konzept soll nach der Sommerpause vorgelegt werden.
First seen: 2026-07-22 15:47
Last seen: 2026-07-23 05:56