Glosse: Das Streiflicht

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Summary

(SZ) Der große Sänger und Dichter Georg Kreisler, von dem heute nur noch die Legende weiß, schrieb in seinen Glanzzeiten das Lied vom Bluntschli. Es erzählt die Geschichte einer wachsenden Ratlosigkeit. Das aufgekratzte Lieder-Ich beobachtet seit geraumer Zeit einen Herrn namens Wachtel, der eine – nicht zuletzt dem Reim zu verdankende – Schachtel bei sich führt und diese kurz sich selbst überlässt. Der neugierige Erzähler „packt“ die Schachtel, öffnet sie umstandslos, wobei sich ihm ein Bild bietet, bei dem ihn „fast der Schlag“ trifft. In der Schachtel liegen, offenbar gleichwertig nebeneinander geordnet: ein Bluntschli, eine Birne und ein Knopf sowie ein blauer Bleistiftspitzer. Alle Gegenstände, den Bluntschli ausgenommen, fordern den Spion nicht heraus, da sie nützlich und egal sind. Aber der Bluntschli lässt ihn nicht los. Immer wieder ruft er die vier ungleichen Dinge auf, und jedes Mal stolpert er über die sinnlose Geheimnistuerei des Bluntschli. Am Ende fasst er sich ein Herz und fragt Herrn Wachtel selbst, was es mit dem Bluntschli auf sich habe. Herr Wachtel lacht sich eins und sagt, dass er ohne den Bluntschli ein Nichts wäre, irgendein Herr Wachtel, der hin und wieder ein Achtel trinkt, ansonsten aber uninteressant sei. Der Bluntschli ist das Alleinstellungsmerkmal des Herrn Wachtel, man könnte auch sagen, er ist sein Ding.

First seen: 2026-07-22 15:47

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