Eine Flutkatastrophe richtete im Juli 2021 im Ahrtal schier unfassbare Zerstörungen an. Danach gab es viel Hilfsbereitschaft und Mitgefühl. Schnell kam aber auch die Frage nach den Schuldigen auf. Die neue Folge unserer Serie zu 80 Jahren WELT.Als in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 eine Flutwelle mit unvorstellbarer Wucht durch das Ahrtal raste, war die WELT für den nächsten Tag längst gedruckt. „Klimaschutz der EU wird den Verbraucher viel Geld kosten“ stand auf der Titelseite. Und im Text hieß es, die Wissenschaft sehe in der globalen Erwärmung einen Grund für Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Waldbrände und Überschwemmungen. Ausgerechnet dieses Thema am Morgen nach der Flut. Fast wirkte die Katastrophe wie eine Mahnung, die Risiken der Urgewalten wirklich ernst zu nehmen. Denn was sich im engen Ahrtal auf einem Abschnitt von 40 Kilometern Länge abgespielt hatte, sprengte alle Vorstellungen davon, was die Kraft des Wassers anrichten kann.Am 16. Juli, einem Freitag, berichtete die WELT auf drei Sonderseiten über „Die Flutkatastrophe“, so die Schlagzeile auf der ersten Seite. Das ganze Ausmaß der Zerstörung war da noch gar nicht abzuschätzen. „Fotoaufnahmen zeigen Schuttberge und Trümmerhaufen wie nach einer Bombenexplosion“, schrieb WELT-Reporterin Hannelore Crolly. Tagelang hatte es im Westen Deutschlands geregnet. Flüsse waren über die Ufer getreten, kleine Bäche zu reißenden Strömen geworden. Betroffen waren Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Am Ende lautete die traurige Gewissheit: 185 Menschen starben, allein 135 von ihnen im Ahrtal. Eine Person aus der Ahr-Region gilt auch fünf Jahre später noch als vermisst.Die Flut hatte alles mitgerissen: Häuser, Autos, Brücken, Straßen, Schienen. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. Der Strom war ausgefallen, Telefon und Internet funktionierten nicht mehr. In den sozialen Medien kursierten bald Videoaufnahmen von Menschen in Not und der enormen Gewalt der Ahr. Ein tonnenschweres Wohnm...
First seen: 2026-07-23 05:56
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