Geburtsbegleitung: Doula in München: Luxus oder Lücke im System?

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Uschi Lasher, 61, klappt ihr Handy auf und kontrolliert ihre Nachrichten. Ist die Fruchtblase geplatzt? Sie hat gerade Rufbereitschaft – zehn Tage vor dem Geburtstermin muss sie 24 Stunden täglich erreichbar sein. Das gehört zum Vertrag. So wie vieles, was eine Hebamme im Krankenhausalltag schlicht nicht leisten kann.Lasher ist eine Doula. Der Begriff kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Dienerin“. Sie bleibt die gesamte Zeit einer Geburt an der Seite der Gebärenden, ganz gleich, ob es zwei oder 20 Stunden dauert. Sie ist das eine vertraute Gesicht, während Hebammen wegen Schichtwechseln kommen und gehen und mehrere Ärzte sich kurz blicken lassen. Körperliche Nähe gehört dazu: Hand halten, übers Haar streichen, bei Nacht dem Partner sagen, dass er etwas schlafen soll. Und vor allem: informieren. Nur wer weiß, was gerade passiert, kann selbst über Eingriffe entscheiden.„Die körperliche Berührung ist sehr wichtig“, sagt Lasher. Und in kleinen Krisen Mut zu machen. „Ich sage den Frauen immer: Das hast du nicht in der Hand. Dein Körper und dein Baby bestimmen, wie die Geburt läuft.“ Die Frau sollte „es einfach laufen lassen“.Der Beruf Doula kam aus den USA nach Europa. Dort gibt es aber anders als hierzulande nicht die Pflicht zu einer Ausbildung. Hier dagegen sind zwei Organisationen dafür zuständig: die Doulas in Deutschland (DiD) und die Gesellschaft für Geburtsvorbereitung (GfG). Bei der DiD umfasst die Weiterbildung einige Wochenenden, in der GfG eineinhalb Jahre inklusive eines vierwöchigen Praktikums in einem Kreißsaal. Lasher hat sich von der DiD ausbilden lassen. Ihre erste Geburt hat sie im Jahr 1992 begleitet, seit 2020 ist sie hauptberufliche Doula. Sie hat selbst sechs Kinder und schätzt, dass sie etwa 150 Geburten begleitet hat. Dabei hat sie die unterschiedlichsten Reaktionen der Frauen erlebt.Eine etwa sagte schon am Anfang der Eröffnungsphase: „Das ist nichts für mich, ich möchte einen Kaiserschnitt.“ Ihr Wunsch wurde erfüllt. „Das Wichtigste ist...

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