AfD in Nordrhein-Westfalen: Bürgerliches Kriegsgebrüll

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Ahu! Ahu! Ahu! So klingen sie also, die Gemäßigten in der AfD. Ahu! Das riefen sie vergangene Woche vor der Parteitagshalle, wie germanische Krieger, bereit für die »Schlacht von Marl«. Die Listenaufstellung für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eskalierte, der Landeschef Martin Vincentz revoltierte gegen die Bundeschefin Alice Weidel und ihre Verbündeten vor Ort. Schnell war da wieder die Rede von einem Lagerkonflikt. Die Radikalen (um Weidel) gegen ebenjene Gemäßigten (um Vincentz). Die Idee, man könne die AfD bändigen, ist gerade in Mode bei den anderen Parteien. Die Vorstellung sieht so aus, dass man »rote Linien« formuliert und die AfD in eine Zusammenarbeit lockt, die zur Folge hätte, dass sich die Brüllbürgerlichen (Ahu!) von ihren noch radikaleren Parteikollegen loslösen würden. Es gibt auch den Vorschlag, einzelne, vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Landesverbände zu verbieten. Oder den Impuls, Björn Höcke das passive Wahlrecht zu entziehen, ihn also unwählbar zu machen. Darin wird auch die Hoffnung erkennbar, dass die AfD ein bisschen weniger schlimm wird und, wer weiß, am Ende vielleicht sogar koalitionsfähig?

First seen: 2026-07-23 09:59

Last seen: 2026-07-23 12:01