Die deutschen Sozialausgaben sind im vergangenen Jahr auf fast ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung angestiegen. Der Anteil der Sozialleistungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte und damit auf 32 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), wie aus einem Bericht des Bundessozialministeriums zum Sozialbudget 2025 hervorgeht. Zuerst berichtete die Süddeutsche Zeitung. Der Bundesregierung zufolge wuchsen die Ausgaben in allen Sozialversicherungssystemen. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung erhöhten sie sich demnach um 7,7 Prozent, bei der Pflegeversicherung um 11,2 Prozent und bei der Rentenversicherung um 5,8 Prozent. Die Summe aller sozialen Leistungen betrug mehr als 1,4 Billionen oder rund 1.431 Milliarden Euro. Mit rund 36 Prozent machen die gesetzlichen Renten, die Pensionen und Betriebsrenten sowie Pflege- und ähnliche Leistungen weiter den größten Anteil aus, gefolgt von der medizinischen Versorgung inklusive Krankenhäusern und Entgeltfortzahlung mit 34 Prozent. Geringes Wirtschaftswachstum lässt Ausgabenquote steigen In der Arbeitslosenversicherung erhöhten sich die Ausgaben um 15,7 Prozent, was nach Angaben der Regierung auf steigende Ausgaben für Arbeitslosengeld zurückzuführen ist. Die Ausgaben für das inzwischen in Grundsicherung umbenannte Bürgergeld sanken demnach um 1,2 Prozent. Laut Süddeutscher Zeitung führt das Bundessozialministerium dies darauf zurück, dass die Zahl der Bürgergeldempfänger, die arbeiten könnten, im Vergleich zum Vorjahr um 91.000 zurückgegangen ist. Ein Grund für die höhere Sozialleistungsquote ist das geringe Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr. Während die Sozialleistungen um 5,7 Prozent stiegen, betrug das nominale Wirtschaftswachstum nur 3,3 Prozent. Bereinigt man dieses um die Inflation, bleiben nur noch 0,2 Prozent reales Wirtschaftswachstum. Die Sozialleistungen werden weiterhin zu rund zwei Dritteln aus Beiträgen und zu einem Drittel durch staatliche Zuschüsse finanziert.
First seen: 2026-07-23 13:03
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