Ein Ausschuss der UN-Organisation für Bildung und Kultur (Unesco) hat eine archäologische Stätte im Westjordanland und mehrere Burgen im Süden des Libanons in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Wegen der angespannten Situation in der Region beschlossen die Ausschussmitglieder bei einem Treffen der Unesco im südkoreanischen Busan, den Ort Sebastia im Westjordanland und fünf Burgen im Libanon künftig zudem als gefährdetes Weltkulturerbe zu betrachten. Über die Aufnahme der beiden Stätten wurde im Eilverfahren entschieden. Dieses Verfahren gibt es dann, wenn eine Stätte durch Naturereignisse, Kriege oder Konflikte bedroht ist. Sebastia liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich von Nablus im von Israel besetzten Westjordanland. In dem Dorf finden sich Überreste einer mehr als 2.000-jährigen Siedlungsgeschichte. Forschende betrachten es als die Hauptstadt des biblischen Königreichs Israel. Laut Unesco-Webseite wurde gemäß christlicher und islamischer Überlieferung Johannes der Täufer hier begraben. Die Stadt wurde erstmals 2012 als Weltkulturerbe-Kandidat nominiert. Die palästinensische Delegation bei der Unesco argumentierte damals, dass der Status notwendig sei, um die Stätte zu erhalten. Israel kritisiert die Aufnahme beider Stätten als Weltkulturerbe Israel hatte den Unesco-Ausschuss zuvor aufgefordert, einen Antrag auf Aufnahme Sebastias in die Weltkulturerbeliste abzulehnen. Das israelische Außenministerium warf der palästinensischen Delegation bei der Unesco eine »feindliche, einseitige Kampagne« vor, bei der Sebastia fälschlicherweise als Ort in einer Notlage dargestellt werde. Es sah in der Nominierung einen politischen Versuch, die »sehr gut dokumentierte jüdische und christliche Geschichte« des Orts auszulöschen. Die ebenfalls in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommenen Burgen des Jabal Amel bilden Unesco-Angaben zufolge ein zusammenhängendes Verteidigungssystem, das die Entwicklung des südlichen Libanon von der Antike bis ins Mittelalter spiegelt. Vor...
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