Internationale Reedereien und die Weltwirtschaft blicken sorgenvoll auf einen weiteren Krisenherd in Nahost. Sein Name: Bab al-Mandab – das »Tor der Tränen«. Die Meerenge vor der Westküste des Jemen bildet den südlichen Zugang zum Roten Meer. Sie ist ein Nadelöhr für den globalen Schiffsverkehr und viele Öltanker. Anfang der Woche hat die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz genau dort eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Erste Schiffe wurden bereits angegriffen. Was steht hinter der Eskalation und welche Konsequenzen drohen der Weltwirtschaft? Ein Überblick Wer sind die Huthis? Die Huthis sind eine religiöse und politische Gruppierung im Jemen. Als Miliz kämpfen sie dort seit Beginn der 2000er-Jahre in einem Krieg gegen die Regierung. Dabei konnten sie wiederholt militärische Erfolge erzielen und den Nordwesten des Landes größtenteils unter ihre Kontrolle bringen. Dabei nutzten sie auch ein Machtvakuum, das durch Proteste gegen die Regierung im Zuge des Arabischen Frühlings entstand. Die Huthis konnten die Hauptstadt Sanaa einnehmen. Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis griff 2015 allerdings zugunsten der Regierungstruppen ein. Die Folge war ein jahrelanger, schwerer Bürgerkrieg mit rund 400.000 Toten, darunter viele Kinder. 2022 wurden die Kämpfe durch eine von den UN vermittelte Waffenruhe weitgehend beendet. Seitdem herrscht eine Art Pattsituation. Während die Huthis im Norden dominieren, verteilt sich die Macht im Süden des Landes auf ein fragmentiertes Regierungsbündnis. Der Huthi-Miliz gehören mehrere Zehntausend bewaffnete Kämpfer an, einige Schätzungen gehen gar von bis zu 200.000 Kämpfern aus. © Lea Dohle Newsletter Was jetzt? – Der tägliche Morgenüberblick Starten Sie mit unserem kurzen Nachrichten-Newsletter in den Tag. Erhalten Sie zudem freitags das digitale Magazin ZEIT am Wochenende. Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis. Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Prüfen Sie Ihr Post...
First seen: 2026-07-24 14:24
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