Niedriger Füllstand: «Blanker Wahnsinn»: Niedrigwasser trifft Edersee-Tourismus

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Wer derzeit im Edersee baden möchte, muss zunächst einen längeren Weg über Sand und Gestein zurücklegen. Denn mitten in der Sommerferien-Saison ist der größte Stausee Hessens und Touristenmagnet im Landkreis Waldeck-Frankenberg nur noch zu knapp 20 Prozent gefüllt. «Das ist für uns katastrophal», sagt Thomas Hennig vom Regionalverband Eder-Diemel (RVED), einer Interessenvertretung von Kommunen, Wassersportlern, Hoteliers und Gastronomen. Zwei Drittel des Sees seien bereits trockengefallen. Wassersport sei nur noch im Bereich der Sperrmauer möglich. «Unser Betrieb hat im zweiten Jahr Umsatzverluste von 50 Prozent», berichtet Hennig, der eine Segelschule betreibt und Unterkünfte anbietet. Viele Betriebe stünden mit dem Rücken zur Wand. «Es ist inzwischen jeder dritte Betrieb zu veräußern. Aber wer will das kaufen? Wer will das kaufen, wenn wir kein Wasser im See haben?» Situation ist seit Jahren ein Politikum Das Niedrigwasser im Edersee sorgt seit Jahren für Einbußen bei den Wassersportbetrieben und ist genauso lange ein politischer Zankapfel. Der Pegelstand sinkt jedes Jahr im Sommer und Herbst stetig. Denn das Wasser des Sees wird zur Regulierung der Weser und des Mittellandkanals genutzt. Die Talsperre versorgt die Bundeswasserstraßen, damit sie schiffbar bleiben. In diesem Jahr tritt das Niedrigwasser vergleichsweise früh ein. Die Anlage kann mit ihrer 48 Meter hohen Staumauer 200 Millionen Kubikmeter Wasser stauen. Zuletzt waren es lediglich gut 39 Millionen Kubikmeter. Trockenheit führt zu früherem Niedrigwasser Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit. «Aufgrund deutlich zu geringer Niederschläge in den Einzugsgebieten von Werra, Fulda und Eder waren die Zuflüsse aus allen drei Flüssen recht gering», erklärt Jens Köhne vom für die Bewirtschaftung der Edertalsperre zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser (WSA). «Die Talsperre musste früher als üblich erstmalig stützen und zuletzt auch mit vergleichsweise viel Wasser.» Die übliche Wasserabgabe sei...

First seen: 2026-07-26 07:54

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