Der umstrittene Leichenplastinator Gunther von Hagens ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus seinem Umfeld. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.Bereits im Jahre 1977 war von Hagens die Erfindung der Plastination gelungen, einer neuartigen Technik zur Konservierung von Leichen, bei der die Gewebeflüssigkeit der Toten durch aushärtenden Kunststoff ersetzt wird. In den 1980er Jahren begann von Hagens auch ein Körperspendenprogramm für die Plastination von Leichen. 1992 gelang das erste Ganzkörperplastinat.Später sorgte er mit diesem unter Berufskollegen international bekannten Verfahren für weltweites Aufsehen: In seiner Ausstellung „Körperwelten“ zeigte von Hagens ab 1996 echte Leichen, die er in seinem privaten Heidelberger Institut für Plastination (IfP) mit dem von ihm erfundenen Verfahren präpariert hatte. Ihr Debüt hatte die Ausstellung 1995 in Tokio und wurde bis heute Dutzende Male in 42 Ländern gezeigt.Die Ausstellung war sehr umstritten und wurde von Kirchen, Medien und Politikern kritisiert, die moralische Bedenken äußerten und gegen einen aus ihrer Sicht mangelnden Respekt gegenüber Leben und Tod protestierten. Von Hagens sagte der dpa aus Anlass seines 80. Geburtstags: „Kontroversen sind ein Zeichen dafür, dass meine Arbeit die Menschen berührt, zum Nachdenken anregt und Diskussionen auslöst – genau das war von Anfang an mein Ziel.“Zuletzt lebte von Hagens aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er war an Parkinson erkrankt.
First seen: 2026-07-27 10:25
Last seen: 2026-07-27 11:26