Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 30/2026. Als Lena Weber* im Februar ihre Hausarztpraxis im niedersächsischen Buchholz eröffnete, war der Andrang groß. Neue Termine waren teils binnen Minuten ausgebucht. Zu viele Hausärzte fehlen in der Region, zu viele Patienten sind unterversorgt. Um den Ansturm zu bewältigen, holte Weber sich Hilfe. Von einer künstlichen Intelligenz. Heute liegt ein kleines, spinnenförmiges Mikrofon auf dem Tisch in ihrem Sprechzimmer. Es zeichnet die Gespräche mit Patienten auf. Egal ob es um Durchfall geht, um Bluthochdruck oder einen Fall von Burn-out: Die KI hört mit. Auf Knopfdruck fasst das System das Gespräch schriftlich zusammen. Säuberlich sortiert nach allgemeinen Informationen, Anamnese, Vitalwerten und Untersuchung. »Früher habe ich nach dem Gespräch meist noch fünf Minuten gebraucht für die Dokumentation, und das war trotzdem nicht so ausführlich«, sagt die 36-Jährige, die ihre echten Namen hier nicht lesen möchte. Jetzt hat sie etwas Zeit gewonnen – und kann dadurch noch ein paar mehr Patienten behandeln.
First seen: 2026-07-27 12:27
Last seen: 2026-07-27 12:27