Man bekommt in diesem Sommer einen ziemlich guten (oder schlechten) Eindruck davon, was der Klimawandel für Europa bedeutet. Ich wohne mit meiner Familie in Paris, und er begann in diesem Jahr schon im Juni mit einer Hitzewelle, die mich wehmütig an meine Zeit als US-Korrespondent zurückdenken ließ, als ich der schwülen Washingtoner Sommerhitze trotzte, indem ich die Klimaanlage aufdrehte. In Paris mussten wir uns – wie die meisten unserer Nachbarn – mit Ventilatoren behelfen, um die schwere und heiße Luft in der Wohnung wenigstens etwas in Bewegung zu bringen.Vergangene Woche dann waren wir für ein paar Tage auf Cap Ferret im Südwesten Frankreichs, wo man schon am Mittwochabend am Strand erahnen konnte, welches Feuerinferno sich weiter nördlich entwickelt. Wir sind dann am Donnerstagmorgen etwas früher abgereist, was sich als weise Entscheidung herausstellen sollte: Es dauerte von da an nicht mehr lange, bis die einzige Ausfallstraße von der Halbinsel im Atlantik von einer Feuerwand eingenommen war.Noch sind die Feuer in Frankreich und Spanien nicht unter Kontrolle. Mein Kollege Christoph Seidler beschreibt in einer interessanten Geschichte, wie die Brände auch mit der Landflucht zu tun haben. (Hier mehr. ) Weil es in der spanischen Provinz immer weniger Landwirte und Schäfer gebe, breite sich der Wald aus, der im Sommer Nährboden für die Brände sei. Christoph sprach mit Experten, die sagen, dass durch die Änderungen der Landschaft die Brennstoffmasse oft auf mehr als 30 Tonnen pro Hektar ansteige. Ab dieser Schwelle würden die Brände so heftig, dass sie nur noch aus der Luft bekämpft werden können.
First seen: 2026-07-27 15:30
Last seen: 2026-07-27 16:31