Demonstration in Berlin: Gemeinsam gegen digitale Gewalt und gegen die Ohnmacht

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Ein Mann im Internet habe sie am Vortag gefragt: „Luisa, kannst du dich nicht einfach ums Klima kümmern?“. So schildert es Luisa Neubauer, die am Sonntagnachmittag auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor steht. Aber dann rufe ihre Großmutter sie an, weil ein Mann vor deren Tür aufgetaucht sei und Fragen über Neubauer gestellt habe. Dann rufe ihre Mutter an, weil sie sich Sorgen über die Kommentare im Internet mache – dass gefragt werde, wo sie wohne. Und dann melde sich eine junge Aktivistin bei ihr, die nach der letzten Demo in der U-Bahn bedroht worden sei.Also gehe Neubauer zur Polizei, um ihre Adresse zu schützen und organisiere Selbstverteidigungskurse für Aktivisten. „Ich würde mich so gerne einfach nur ums Klima kümmern, aber das geht nicht in dieser Zeit“. Sprüche im Internet seien nicht nur Sprüche, aus Worten würden Taten. Sie fordert auf der Kundgebung „Gesetze, die nicht länger die Täter schützen, sondern die Opfer“.Das Bündnis „Feminist Fight Club“ gründete sich erst zwei Tage zuvorBerlin, Potsdamer Platz. Hier versammelt sich eine Menge, die sich wütend zeigt. 13.000 Teilnehmer sind laut einer Sprecherin des Demo-Bündnisses gekommen, die Polizei schätzt die Zahl auf 6.700. Man will zusammen laut sein gegen sexualisierte digitale Gewalt. Frauen schildern im Gespräch, mit einem Gefühl der Ohnmacht nicht allein bleiben und darüber hinaus anderen Betroffenen Mut machen zu wollen. Es sei ein Gefühl, „etwas beitragen zu können“, sagt eine junge Frau. Eine andere beschreibt, mit ihrem Bruder oft Diskussionen über strukturelle Benachteiligungen zu führen und reflexartig die Frage „Und was ist mit den Männern?“ zu hören.Luisa Neubauer spricht mit Teilnehmern der Demonstration am Sonntagabend in Berlin.Omer MessingerGekommen sind nicht nur Frauen, ebenso viele Männer halten am Sonntag Transparente in die Höhe. Auf ihnen stehen Sätze wie „Schweigen schützt Täter“ oder „Keine Frau ist frei, bis alle Frauen frei sind“. Zu der Kundgebung in Solidarität mit der Moder...

First seen: 2026-03-22 21:55

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