Wahl in Rheinland-Pfalz: Da half auch kein Amtsbonus mehr

https://www.faz.net/rss/aktuell/ Hits: 4
Summary

Alexander Schweitzer ließ sich am Wahlabend lange nicht blicken. Erst eineinhalb Stunden nach der ersten Prognose trat der Ministerpräsident in Mainz sichtlich getroffen vor seine SPD-Parteigenossen. „Wir haben gekämpft wie die Löwen, alle miteinander“, sagte er. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits deutlich ab, was das vorläufige amtliche Wahlergebnis später in der Nacht bestätigen sollte: ein deutlicher zweiter Platz, 25,9 Prozent. Das erste Mal seit 35 Jahren unterliegt die SPD in Rheinland-Pfalz, noch dazu mit dem schlechtesten Ergebnis in der Geschichte der Landespartei.Nachwahlbefragungen deuten darauf hin, dass die Niederlage der SPD vor allem drei Gründe hatte: Ihr Kandidat überzeugte nicht so stark wie seine Vorgänger. Die Zufriedenheit der Wähler mit der Landesregierung sank deutlich. Und der CDU gelang es, Themen statt Personen in den Fokus zu rücken.In der Vergangenheit konnte die SPD vor allem von beliebten Spitzenkandidaten profitieren. In einem Land, das in Bundestags- und Europawahlen fast ausnahmslos die CDU zur stärksten Kraft wählt, verhalf den Sozialdemokraten oft der Amtsbonus zum Sieg. Darauf hoffte man auch bei Schweitzer.Zwar war er der beliebtere Kandidat. In einer Direktwahl hätten sich 40 Prozent der Wähler für Schweitzer entschieden und 30 Prozent für seinen Herausforderer Gordon Schnieder, wie eine Nachwahlbefragung des Wahlforschungsinstituts Infratest Dimap zeigt. Dennoch zeigt sich im Vergleich zu vorherigen Wahlen, dass Schweitzer die Wähler nicht in gleichem Maße wie seine Vorgängerin Malu Dreyer von sich überzeugte. Und obwohl die SPD ihren Wahlkampf stark auf Schweitzer zuspitzte, verbesserten sich seine Direktwahlwerte in den vergangenen Monaten kaum. Die SPD konnte also nicht wie zuvor von ihrem Spitzenkandidaten profitieren.Das wird auch an seinen Zustimmungswerten erkennbar. Am Wahltag war laut Nachwahlbefragungen nicht einmal die Hälfte der Wähler mit Schweitzers Arbeit zufrieden. Deutlich blieb er dabei hinter Dreyer z...

First seen: 2026-03-23 05:59

Last seen: 2026-03-23 09:01