Wandern auf Tahiti: In das grüne Herz der Südsee

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Tahitis Urwald ist hübsch und harmlos. Keine Giftschlangen, keine Großkatzen, nicht mal Malaria. Und doch zucke ich zusammen, als es plötzlich höllisch am Hals brennt. „Ah, eine Feuerameise“, ruft Tehaunui Suhas. „Nicht kratzen, sonst wird es schlimmer.“ Helfen könne nur Wasser – und davon gibt es zum Glück reichlich hier in der Vallée de Papenoo.Schlängelndes Wasser bedeutet der Name des langen Tals, das mitten ins grüne Herz Tahitis schneidet. „Und so sah der Fluss auch aus, bevor Dämme für die Kraftwerke gebaut wurden“, sagt Suhas. Der Mittdreißiger ist an seiner Mündung an der Nordküste aufgewachsen, dort wo unsere zweitägige Tour begann. „Meine Eltern haben Angst vor den Bergen“, erzählt er, während sein Geländewagen ins Tal schaukelt. Er selbst aber wanderte schon als Kind mit seinen älteren Cousins, als Fallschirmjäger in der französischen Armee stieg er später auf viele Alpengipfel. „Hier ist die Hitze die Herausforderung“, sagt er.Über eine Betonrinne quert der Geländewagen den Fluss Vaituoro.Florian SanktjohanserSuhas spricht fließend Englisch, ein Jahr arbeitete er in Australien. 2020 kehrte er auf seine Heimatinsel zurück und gründete Vahio Hike. Seitdem führt er vor allem Gäste aus Frankreich und den USA in die Täler Tahitis und auf den Aorai, von dessen 2066 Meter hohem Gipfel man an wolkenfreien Morgen die samtgrünen Hänge der Vulkane und die türkisfarbenen Lagunen überblickt.Die 10.000 Euro für seine Ausbildung zum Wanderführer bezahlte die Regierung. Denn spätestens seit der Pandemie will sie mehr Touristen ins menschenleere Inselinnere locken, weg von den überlaufenen Stränden und der fast durchgehend bebauten Küste.Einst waren diese Täler dicht besiedelt. Die Bewohner der Dörfer hielten Schweine und Ziegen, bauten auf terrassierten Feldern Süßkartoffeln und die Knolle Taro an. Wenn Feinde mit ihren Doppelrumpfkanus an der Küste landeten, flüchteten die Menschen hierher. Dann kamen die Europäer. Mitte des 19. Jahrhunderts verließen die wenigen Über...

First seen: 2026-03-23 07:00

Last seen: 2026-03-24 20:37