Projekt „freiRaum Ottensen“: Angst essen Seele auf

https://www.mopo.de/feed/ Hits: 2
Summary

Tischtennis, Picknick und Flanieren auf der Straße: Mehr als sechs Jahre ist es her, dass in der Ottenser Hauptstraße und der Bahrenfelder Straße die Autos ausgesperrt wurden. Der Verkehrsversuch „freiRaum Ottensen“ wurde zwar gestoppt, doch die Idee überlebte und soll jetzt Mitte April tatsächlich in Teilen umgesetzt werden. Dass der Umbau von gerade einmal zwei Straßen das Viertel nicht nur jahrelang spaltet, sondern auch noch rund sieben Millionen Euro kostet, ist nur schwer nachvollziehbar. Der Bezirk hat in den sechs Jahren andauernder Planungen versucht, es wirklich allen recht zu machen: Es gab Planungswerkstätten, Umfragen, Diskussionsabende und Wurfpost – und trotzdem wurde teils die mangelnde Beteiligung der Bürger kritisiert. Dem einen war es an der einen Stelle zu viel Verkehrswende – dem anderen zu wenig. „freiRaum Ottensen“: In Paris klappt so etwas schneller Man kann es eben nie allen recht machen. Bezirkschef Sebastian Kloth (Grüne) hofft, dass „freiRaum Ottensen“ Nachahmer findet – doch das ist unwahrscheinlich, solange die bürokratischen Prozesse derart kompliziert sind. In Paris etwa wurden die Uferstraßen der Seine innerhalb weniger Monate autofrei umgebaut. Das könnte Sie auch interessieren: „Diktatur“ des Autos: Die Angst der Hamburger vor der Verkehrswende Klar ist aber: Die Verkehrswende braucht Mut – nicht nur in den Behörden, sondern eben auch bei uns allen. Wie Mobilitätsforscherin Anne Klein-Hitpaß (S. 86) bin ich der Meinung, dass wir unsere eigene Anpassungsfähigkeit nicht unterschätzen sollten. Wir können von solchen Umbauten profitieren – wenn wir bereit sind, sie anzunehmen.

First seen: 2026-03-23 09:01

Last seen: 2026-03-23 10:02