Nach der Oberbürgermeisterwahl: Das Münchner Gefühl und seine Feinde

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Wenn es nur ums Gefühl ginge, ums sogenannte Lebensgefühl, um das berühmte Münchner Gefühl also, das man dringend braucht, weil man an der Münchner Wirklichkeit, an ihrer Härte, den Kosten und all den gebrochenen Versprechen, womöglich verzweifeln würde, wenn man nicht entschlossen wäre, den herrschenden Verhältnissen zu widerstehen, indem man sich München schönträumt, schönlügt, gern auch schönsäuft an einem dieser sonnigen Frühlingsnachmittage, an denen man glaubt, dass man im Blau des Himmels über dem Biergarten die Spiegelung des Mittelmeers schon sehen könne – wenn es nur um diese münchnerische Emotion ginge, dann müssten die Münchner an ihren Gefühlen für den künftigen Oberbürgermeister noch hart arbeiten. Und Dominik Krause, der Wahlsieger, an sich selbst. Sein Dialekt ist diskret, sein Habitus freundlich und ein bisschen brav; es fehlt ihm die moralische Doppelbödigkeit. Meistens scheint er zu meinen, was er sagt. Was im Münchner Gefühlsgesamtzusammenhang womöglich zu wenig sein könnte.

First seen: 2026-03-23 14:05

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