Unmittelbar nach der Wahl vor zwei Wochen hatte es zwar gerumpelt, aber nur ein bisschen. Weil das Ergebnis knapp ausgefallen war, hieß es bei der unterlegenen CDU, man könne doch nach der Hälfte der Legislaturperiode den Ministerpräsidentenposten einfach tauschen. Dieser Vorschlag klang dem voraussichtlich nächsten Ministerpräsidenten Cem Özdemir wohl zu sehr nach Stuhlkreis.In Rheinland-Pfalz, wo vorgestern gewählt wurde, zeichnen sich wiederum Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD ab. Sollte es so kommen, dürften auch sie relativ ruhig verlaufen. Schon im Wahlkampf sind die beiden Parteien fair miteinander umgegangen.Die Probleme liegen zurzeit eher im Bund.Die SPD-Chefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil werden mit einigem Recht für die Verluste der Partei in beiden Ländern verantwortlich gemacht (mehr hier ). Auf die Vorwürfe reagieren sie gefasst, um nicht zu sagen: selbstbewusst. Ihre Ämter wollen sie behalten, um des Landes willen, so argumentieren sie. In der schwierigen Weltlage solle sich nun nicht auch noch die SPD »zerfleischen«, erklärte Bas gestern Abend in der ARD.Naja. Ob die SPD sich nun zerfleischt oder nicht, liegt auch in der Hand der Parteivorsitzenden. Natürlich würden Umbauten an der Spitze Kraft kosten, sie könnten aber auch Kraft freisetzen.Denkbar wäre es durchaus gewesen, dass Bas und Klingbeil sich auf ihre Ämter als Arbeitsministerin und Finanzminister konzentriert und den Parteivorsitz und – im Fall Klingbeils – die Vizekanzlerschaft anderen überlassen hätten.So etwas kann man chaotisch machen. Oder souverän.
First seen: 2026-03-24 05:18
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