Meilenstein der Teilchenphysik: Lkw-Transport von Antimaterie im Kernforschungszentrum Cern geglückt

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Am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf ist erstmals Antimaterie auf einem Lastwagen transportiert worden. Das stellt einen historischen Moment in der Forschung dar – bis zum heutigen Tag war nicht sicher, ob dies überhaupt möglich ist. Antimaterie ist nur sehr schwer herzustellen und noch schwerer zu transportieren: Denn sobald Antimaterie Materie berührt, ist sie weg. Das Cern ist weltweit der einzige Ort, an dem produzierte Antimaterie-Teilchen so entschleunigt werden können, dass man sie in speziellen Behältnissen speichern kann. "Wenn es gelingt, Antimaterie-Teilchen zu transportieren und unabhängig vom Ort, wo sie produziert werden, zu untersuchen, ermöglicht das ganz neue Forschung", sagte Ulrich Husemann, Direktor für Teilchenphysik am Forschungszentrum Desy in Hamburg, vor dem Versuch. Im Testlauf auf dem Cern-Gelände sind Antiprotonen nun erfolgreich fünf Kilometer weit gefahren worden. Der deutsche Physiker Stefan Ulmer überwachte aus einem Auto im Konvoi hinter dem Lastwagen heraus die Messdaten. "Es hat alles geklappt, die Antiprotonen sind noch da", sagte er. Im Laufe des Tages soll gezählt werden, ob tatsächlich noch alle der 92 Teile in der sogenannten Penning-Falle sind. Der Transport auf dem Cern-Gelände wäre der Beweis, dass der von Ulmer, Christian Smorra und ihrem Team konzipierte Container funktioniert. In einigen Jahren sollen Antiprotonen dann in Labore etwa in Düsseldorf, Hannover oder Heidelberg transportiert werden, um dort noch präzisere Messungen vorzunehmen als am Cern möglich. "Heute beginnt eine neue Epoche für Präzisionsmessungen", sagte Ulmer. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.

First seen: 2026-03-24 11:26

Last seen: 2026-03-24 12:27