Botanik-Kolumne: Welche Blätter von Gemüsepflanzen man essen kann

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Der Ginsterbusch, die Osterhasen im Supermarkt und der Kalender rufen: Es ist Frühling! Abgesehen davon ist es vielerorts jedoch erst Frühling in Gedanken. Die meisten Bäume sind ziemlich kahl, man braucht morgens eine Mütze. Im Gemüsebeet ist noch wenig los. Doch der eifrige Hobbygärtner zieht schon vor und träumt davon, wie aus den zarten Pflänzchen in den Pöttchen auf der Fensterbank bald Tomaten, Brokkoli oder Radieschen werden.Da fragt man sich natürlich: Und was ist mit Blättern? Es ist ungerecht, fast diskriminierend, dass Rispen und Möhrengrün, egal wie stattlich, unbeachtet in der Biotonne enden. Da lässt man sich offenbar einiges entgehen: Blätter von Gemüsepflanzen sollen nussig und würzig schmecken, und sie liegen im Trend. So wie in Restaurants nicht nur Steaks, sondern auch Knochenmark auf den Tisch kommt, ist es moralisch konsequent, auch von der Gemüsepflanze möglichst viel aufzuessen.Charlotte WagnerEine aktuelle Studie mag manche potentielle Blätter-Nascher jedoch abgeschreckt haben – oder womöglich gerade animiert? Tomaten, Salate und Möhren speichern „psychoaktive“ Stoffe in ihren Blättern, nämlich Medikamentenreste aus dem Wasser. Pflanzen können Beruhigungsmittel und Schmerzmittel nicht abbauen. In den Blättern speichert etwa die Tomate 200-mal mehr davon als in der Frucht. Wer nun hofft, so an rezeptpflichtige Medikamente zu kommen, irrt: Das betrifft nur Länder, in denen mit Abwasser gegossen wird. Hierzulande kriegt das Gemüse jedoch Trinkwasser. Keine Chance, vom Möhrengrün high zu werden. Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Doch manches Gemüsegrün ist durchaus giftig: Rhabarber-Blätter enthalten Oxalsäure, was zu Übelkeit und Nierenproblemen führen kann. Die Blätter der Bohne sind, wie sie selbst in rohem Zustand, aufgrund von Phasin ungenießbar, das Erythrozyten verklumpen lässt und zu blutigem Durchfall führen kann. Das hat der Bohne verdient den Titel Giftpflanze des Jahres 2026 eingebracht. Und Nachtscha...

First seen: 2026-03-24 14:30

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