Proteste vor Tarifverhandlungen in Hessen Frankfurt/Kassel. Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für die rund 58.000 hessischen Landesbeschäftigten haben nach Gewerkschaftsangaben Hunderte Menschen in Kassel und Frankfurt für mehr Geld protestiert. „Die Polizei arbeitet am Limit, die Überstundenberge wachsen“, kritisierte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jens Mohrherr. Die Polizeistatistiken seien so gut wie lange nicht, verbales Lob und die oft geäußerte Wertschätzung füllten aber keinen Tank und brächten kein Essen auf den Tisch, sagte Mohrherr. Die GdP sprach alleine in Frankfurt von rund 2000 Teilnehmern am Protestzug.Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte ein konkretes Angebot bei den Tarifverhandlungen erst für die Spitzenrunde am 26. März in Seeheim-Jugenheim im Kreis Darmstadt-Dieburg angekündigt.Die Gewerkschaften verlangen unter Verweis auf Reallohnverluste früherer Jahre und auf viele unbesetzte Stellen sieben Prozent mehr Geld – mindestens aber 300 Euro zusätzlich. Auszubildende sollen 200 Euro mehr im Monat bekommen. Weiter fordern die Gewerkschaften, das Weihnachtgeld auf ein Monatsgehalt zu erhöhen sowie Gewerkschaftsmitgliedern einen Urlaubstag mehr zu gewähren. Hessen ist als einziges Bundesland nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und verhandelt daher eigenständig über die Entgelte seiner Beschäftigten. Für alle andere Bundesländer wurde bereits ein Tarifabschluss erzielt. Insgesamt erhöhen sich die Entgelte dort um 5,8 Prozent in drei Schritten bis zum Jahresbeginn 2028. (dpa)
First seen: 2026-03-24 15:31
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