Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen unter anderem vor, auf sozialen Medien Fakeprofile von ihr erstellt und darüber Männer kontaktiert zu haben. Er soll sich als Fernandes ausgegeben und erotisches Material verschickt haben, das offenbar den Eindruck erwecken sollte, es handle sich um Aufnahmen seiner damaligen Frau. Die Anwälte, die Ulmen seit der SPIEGEL-Veröffentlichung vertreten, sprechen im Zusammenhang mit den Vorwürfen unspezifisch von »unwahren Tatsachen«.Im Gesetzentwurf der Grünen, der bereits seit Längerem vorbereitet wurde, ist unter anderem vorgesehen, dass jemand, der eine »Bildaufnahme, die eine andere Person sexualbezogen abbildet, absichtlich oder wissentlich unbefugt herstellt oder überträgt«, mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe belangt wird. Auch wer sogenannte sexualisierte Deepfakes erstellt und verbreitet, also täuschend echt wirkende, manipulierte Medieninhalte, soll künftig bestraft werden.Justizministerin Stefanie Hubig von der SPD will bald einen eigenen Entwurf vorlegen, auch sie hat schon deutlich vor dem Fall Fernandes daran gearbeitet. Ihr Entwurf geht in dieselbe Richtung, soll aber wohl noch etwas umfassender sein. So will Hubig offenbar die Verbreitung von Deepfakes generell verbieten, also auch von solchen, die nicht sexualisiert sind – sofern sie betroffenen Personen erheblich schaden können (ein Interview mit Hubig zu ihren Plänen können Sie hier lesen ).Dass die Politik handelt, ist gut. Was trotzdem nicht passieren sollte: dass von hier an der Parteienstreit dominiert, das Leid der Opfer in den Hintergrund rückt und es vor allem darum geht, wer den schnelleren, ausgeklügelteren Entwurf vorlegt. Hier sollte es mal nicht um politische Punktgewinne gehen. Sondern darum, Frauen besser zu schützen.
First seen: 2026-03-26 05:00
Last seen: 2026-03-26 10:06