Sie dürfte eine der ältesten Bewohnerinnen des Klosters Benediktbeuern sein: die markante Blutbuche im Innenhof des Klosters. Als sie vor rund 190 Jahren dort Wurzeln schlug, festigte König Ludwig I. gerade sein junges Königreich und durch Bayern fuhr die erste Eisenbahn. Nun sind ihre Tage gezählt. Wie das Kloster mitteilt, muss die Buche gefällt werden.Leicht sei diese Entscheidung im Kloster niemandem gefallen, sagt Pressesprecher Martin Blösl. Lange habe man gehofft, die 18 Meter hohe Riesin „durch fachliches Können retten zu können“. Die Buche hatte bereits bei einem Gewittersturm 2017 ein Drittel ihrer Krone verloren. Im Sommer 2023 wurde sie bei einem verheerenden Hagelunwetter weiter in Mitleidenschaft gezogen.Sperrbezirk im Innenhof: Die Klosterleitung fürchtet um die Sicherheit ihrer Gäste, weil immer wieder schwere Äste abbrechen. Kloster Benediktbeuernn/ohMehrfach sei eine Spezialfirma für Baumpflege tätig geworden und habe versucht, den Baum zu sanieren und zu stabilisieren, sagt Blösl. Die jüngste Untersuchung Mitte März habe ein ernüchterndes Ergebnis gebracht: zahlreiche Astwunden und -brüche, massive Sonnenbrandschäden an der Rinde in der oberen Baumkrone, Fäule und Pilzbefall im Holz. „Die Holzzersetzung wird sich weiter ausbreiten und ist nicht behebbar“, erklärt Blösl. Dadurch bestehe eine starke Bruchgefahr von oberen Ästen, die Menschen schwer verletzen könnten.Die Klosterleitung habe sich daher „schweren Herzens entscheiden müssen, diesen beliebten Baum fachgerecht fällen zu lassen“. An seiner Stelle soll eine junge Blutbuche nachgepflanzt werden. Ein kleiner Trost: Aus dem Stamm der alten Buche will das Kloster eine Sitzbank zimmern lassen und sie im Innenhof aufstellen.
First seen: 2026-03-26 12:08
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